Heute möchte ich mal ein paar filosofische Gedanken loswerden. Ausgelöst wurden sie durch private Ereignisse in der letzten Zeit und einer Bemerkung eines Bekannten. Er schrieb mir:

Wir müssen einfach akzeptieren, dass wir viel zu lange leben, um nur einen Partner bzw. einen Lebensabschnitt zu haben.

Wolfgang, Du hast ja so recht!
Mit diesem einzigen Satz ist so einiges erklärt, denk ich mir, was rund um uns, in unserer heutigen Gesellschaft, passiert. Die Singles werden immer mehr. Alleinerziehende Mütter und Väter. Junge, die sich gar nicht mehr wirklich fix binden wollen/können. Ältere Semester (solche wie ich selbst), die plötzlich vor dem Aus der bisherigen Partnerschaft stehen, ohne einen wirklichen Grund dafür zu erkennen.

Ist Mann/Frau wirklich nicht dafür geschaffen, ein (heutiges langes) Leben lang mit einem einzigen Partner zu verbringen? Oder sind wir eher zu egoistisch geworden? Zu ungeduldig, zu starr in den eigenen Verhaltensmustern? Zu selbständig? Haben wir verlernt, etwas “gemeinsam” anzugehen?

Im Job wird immer mehr “Teamfähigkeit” gefordert. Über-fordert uns das etwa? Wenn wir im Job teamfähig sein müssen, können wir es im Privatleben dann nicht mehr?

Letzte demografische Zahlen zeigen, dass wir um einige Jahre länger zur Schule gehen als noch 1971, dafür ein paar Jährchen weniger im aktiven Arbeitsprozess stehen und statt nur neun Jahren im wohlverdienten Ruhestand heute statistisch gerechnet schon 20 Jahre “nichts mehr tun”.

Hat uns die biologische Entwicklung überholt? Dann wirds höchste Zeit, dass wir uns innerlich auch weiter entwickeln.
Oder läuft doch irgendwo irgendwas schief?