Do 14 Sep 2006
Wie sieht Ihr Schreibtisch aus?
Geschrieben von ijb in Kategorie Tatort Unternehmen , Organisation (edit this)Sag mir, wie Dein Schreibtisch aussieht und ich sage Dir, wer Du bist.
Viele Schreibtisch-Täter unterliegen dem Irrtum, da sie den grössten Teil ihres Arbeitstages dort verbringen, sollten sie sich diesen Bereich so angenehm wie möglich gestalten: Ein bequemer Drehstuhl zum Lümmeln, Bilder vom Urlaub und den Lieben zum Träumen, Pflanzen und Bilder für die schönen Wände sowie Kaffee/Tee und Wasser fürs Überleben.
Betrachten Sie (Ihren) einen überladenen Schreibtisch und fragen Sie sich:
- Welche Art von Unternehmen arbeitet an so einem Arbeitsplatz?
- Wem nützen Stapel von unerledigten Dingen, beschriebene Post-it’s mit unleserlichen Notizen?
- Welche Farbe hat die Arbeitsfläche des Schreibtisches eigentlich unter all diesem Papier?
Führungskräfte und damit auch der Unternehmer selbst hingegen sollten ihren Arbeitsplatz zum raschen und effizienten Erledigen von Projekten und Aufgaben benutzen. Lümmeln, Träumen und Nahrungsaufnahme findet meist in einer dafür besser geeigneten Umgebung statt. Beim Home-Office ja überhaupt kein Problem. Alles was der zielorientierten Bewältigung eines Projektes hinderlich ist, wird entfernt oder kann mir jemand den tieferen Sinn eines Stapels von seit Monaten angesammelten Fachzeitschriften (”Muss ich mal lesen”) erklären, die irgendwann ohnehin ungelesen entsorgt werden?!
Tipps:
Bevor Du eine Arbeit oder Projekt angehst, entferne alle Dinge die nicht dazu gehören - staple sie hinter dir oder noch besser in Regalen oder Kästen. Du sorgst für eine ungestörte Zeit (Telefon ausschalten, Mailbox schliessen etc.). Vor dir befinden sich nur mehr Dinge, die Du zur Projekterledigung benötigst. Dann sagst Du am besten laut zu dir selbst: So, los geht’s! Dann beginnst Du und arbeitest daran solange bis Du damit fertig bist! Bei grösseren Projekten, die nicht in einem Tag zu erledigen sind, ist eine genaue Zeitplanung nötig (von … bis … mache ich ….) und dann auch einzuhalten.
Sitze aufrecht und dynamisch, lasse dich nicht ablenken und erledige dein Projekt rasch. Am Ende sagst Du ebenso laut: So, fertig! Du räumst alles wieder weg und verlässt deinen Arbeitsplatz so, damit Du am nächsten Tag voller Energie starten kannst und dich nicht erst durch die Reste vom letzten Tag durchkämpfen musst.
Leader-Typen machen immer nur Eines nach dem Anderen - nie mehrere Dinge gleichzeitig - und sie hören erst auf, wenn sie fertig sind!
Eine erfolgreiche Persönlichkeit leistet nichts Aussergewöhnliches.
Sie macht nur das Gewöhnliche aussergewöhnlich gut.
September 14th, 2006 at 11:09 e
Dem kann ich nur beipflichten. Man kann immer nur eine Sache bearbeiten und die liegt dann auch auf dem Schreibtisch.
Aber dem ersten Absatz widerspreche ich! Ich kämpfe in meiner täglichen Beratungspraxis um Büros, in denen man sich wohl fühlt. Die meisten Selbständigen haben ein Unternehmen, in dem es nicht darum geht 8 Stunden pro Tag am Schreibtisch zu sitzen (Landwirt, Heilpraktiker, Schmuckdesigner…). Also soll der “Bürokram” schnell und nach Feierabend erledigt werden und man fragt mich dann, warum es so mühselig ist.
Meistens bekomme ich nicht nur chaotische Büros zu sehen, sondern auch Räume, die überhaupt nicht dazu einladen, sie zu betreten.
Das oben beschriebene Arbeiten braucht auch eine gewisse Wohlfühlatmosphäre. Ein kalter, nackter Kellerraum, düster und ungemütlich lässt so eine Projektarbeit kaum zu.
Und einen Punkt muss ich unbedingt noch hinzufügen: Die Belohnung. Wenn man eine Aufgabe erledigt hat, nicht sofort der nächsten zuwenden, sondern kurz innehalten sich freuen und belohnen! Das kann eine ganz kleine Sache sein, wie eine Tasse Tee, ein kurzer Spaziergang, eine Runde PC-Spiel, was auch immer. Bei großen Aufgaben darf die Belohnung natürlich auch größer sein. Halbjähriges Projekt beendet: Ein Wochenende wegfahren.
September 14th, 2006 at 19:09 e
Wusste ich doch, dass ich da Ergänzungen kriege
- wozu hat man sonst eine Expertin für Ordnung in seinem Bloggerkreis….
Danke, Monika!
September 16th, 2006 at 17:09 e
Bei mir sieht es ziemlich “wohnlich” aus. Das liegt aber zum Einen daran, dass der Schreibtisch im Wohnzimmer steht und zum Anderen, dass ich zur Zeit recht wenig mit Papier arbeite. Also relativ wenig Platz brauche. Die Arbeit findet im Moment eher zwischen Hirn und Tastatur statt.