Web 2.0Alle reden davon - Web 2.0 - Hype, Trend oder einfach nur Seifenblase?

Heute dazu ein Kommentar von jemandem, dessen Meinung für viele Vorbildfunktion hat. Es ist dies der Verantwortliche von beepworld, Dr.Thomas Finkenstädt, der in den letzten fünf Jahren ein kleines Imperium aufgebaut hat. Da seine Kunden hauptsächlich im Bereich der ganz Jungen zu finden sind, zählt er zu den Meinungsbildner seiner Klientel. Und ist sich dessen auch bewusst - seine Kommentare verfolge ich seit Jahren und meist nicke ich nur mehr zustimmend.

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Eine beliebte Scherzfrage unter Insidern lautet „Welche Versionsnummer hat die jetzige Internetblase?“. Antwort: „2.0“. Und tatsächlich erinnert der jetzige Hype in den USA fatal an das Jahr 2000/2001, als das große Dotcom Sterben der startups begann. Wer erinnert sich nicht an das Jenaer Software-Unternehmen Intershop, einst Star des Neuen Marktes. Anleger, die am 31. Dezember 2000 Intershop-Aktien im Wert von 10 000 Euro orderten, hatten fünf Jahre später nur einen Wert von knapp 27 Euro in ihrem Depot, oder EM.TV der Brüder Haffa, deren überaus luxuriöser Lebensstil von den Kleinaktionären bezahlt wurde, die bei dem rapiden Börsensturz auf 5% des ursprünglichen Aktienwertes nicht nur Federn lassen mussten, sondern ganze Daunendecken.

Im Moment kaufen Google, Yahoo & Co. alles auf, was nur entfernt mit Internet zu tun hat. Bezahlt werden die Übernahmen meist in eigenen Aktien, was deren Wert wieder hoch treibt. Wer sich erinnert an Internet Bubble Ver. 1, sieht fatale Parallelen zu damals.

Dabei ist Google selber die größte Interneterfolgsgeschichte. Vor weniger als 2 Jahren an die Börse gegangen mit rund 90 Euro, erklommen die Aktien luftige Höhen von 392 Euro, um jetzt an der Börse wieder um 100 Euro zu fallen, weil sie ihren letzten Quartalsgewinn „nur“ um 82% steigern konnten.

Wer so stark von der Laune des Aktienmarktes abhängt, wo so viel Geld involviert ist, der kann sich natürlich so was wie Gewissen und Moral kaum leisten.
So hatte Yahoo die Daten eines chinesischen Nutzers seiner Suchmaschine, eines Journalisten, den chinesischen Behörden übergeben, die ihn daraufhin wegen regimekritischer Inhalte zu mehreren Jahren scharfer Haft verurteilten. Brisant dabei ist auch, dass die Behörden Yahoo keine Begründung für die Forderung nach Datenherausgabe gaben. Yahoo verteidigte diese Informationspreisgabe damit, da sonst die Behörden Yahoo vom chinesischen Markt verbannt hätten. Ähnlich argumentiert auch Goggle und sagt, dass auch sie auf die chinesischen Gesetze Rücksicht nehmen müssen, auch wenn es ihren eigenen Grundwerten widerspreche. Sprich, auch Google gibt Daten von Regimekritikern an die Behörden heraus.

Mit rund 110 Millionen Nutzern ist China nach den USA heute schon der zweitgrößte Internetmarkt der Welt.
Bei so mancher Blase kann man gar nicht erwarten, dass sie endlich platzt, meint euer thofi

[Quelle: Newsletter von beepworld.de vom 19.02.2006, Autor: Dr.Thomas Finkenstädt]