Mo 22 Mai 2006
Meiden Sie Seiten wie diese - damit werden Lehrstellensuchende regelrecht ausgeplündert!
Ein Bekannter hat mir eben sein Leid geklagt:
Seine Tochter war auf dieser Seite www_lehrstellen_heute_com (den Link vermeide ich absichtlich), hat das Formular ausgefüllt und sich registriert. Wie viele hat sie den Rest der Seite nicht mal richtig überflogen. Die Aussicht auf Lehrstellen hat alles andere in den Hintergrund gedrängt. Nun kommen Rechnungen samt Mahnungen - und ein Anwalt wird ordentlich Arbeit bekommen.
Natürlich steht alles auf dieser Webseite, was drauf stehen muss. Natürlich ist dieser Servicce rechtlich ganz gut abgedeckt. Und trotzdem unterstelle ich Betrugsabsicht. Denn mir fehlt das rote “Achtung: dieser Service ist kostenpflichtig”. Denn das hätte ich in so einem Fall erwartet. Zumindest, wenn es sich um faire Serviceleistungen handeln würde…..
Ein paar Auszüge aus den AGB:
# Der Teilnehmer ist berechtigt, am Tag der Anmeldung bis 24 Uhr gratis den Zugang zum Memberbereich zu nutzen.
# Ihre Gratis Testzeit verändert sich nach Ablauf des Anmeldetages (ab 24:00 Uhr) zu einem Abo. Die Kosten finden Sie unter § 6 Zahlungsbedingungen.
# Die Kosten belaufen sich auf 7 Euro incl. Mehrwertsteuer monatlich und berechtigen Ihnen Zugang zu dem Memberbereich. Der Mitgliedsbeitrag wird dem Kunden jeweils für 12 Monate im Voraus in Rechnung gestellt.
# Die Vertragslaufzeit beträgt vierundzwanzig Monate.
Wär nett, wenn auch diesmal Kleinbloggersdorf gute Aufklärungsarbeit leisten würde….
Nachtrag:
Natürlich gibts auch ein Webmaster-Partnerprogramm.
Und natürlich wird nirgends abgeprüft, ob der “Besteller” überhaupt geschäftsfähig ist.
Linktipp für Hilfe:
Konsumentenschutz der Arbeiterkammer
2006-05-24 04:54:46 Update:
Eben in den Google-News gefunden:
ein Zeitungsartikel der Neuen Osnabrücker Zeitung, die ebenfalls in dieser Sache recherchiert hat
Mai 22nd, 2006 at 08:05
Sorry, aber was soll die Aufregung? Hier hat jemand eine Möglichkeit gefunden die “Dummheit” der Leute auszunutzen. In wie weit das moralisch verwerflich ist, mag dahin gestellt sein. Aber vom rechtlichen Standpunkt wird das in Ordnung gehen.
Viel der Leute haben heutzutag ihren gesunden Menschenverstand irgendwo in der Schublade liegen und dann fallen sie auf so etwas herein. Wenn ich etws lese, wo ich erstmal eine geldliche Vorleistung erbringen muß, bin ich auch gleich wieder weg. Oder wenn die Versprechunge so etwas von abwegig sind, dann schüttele ich auch nur den Kopf und gehe.
Mai 22nd, 2006 at 08:05
Hast Recht, Wolf, wenn wir von Erwachsenen reden. Hier gehts aber um Lehrstellen - Zielgruppe also in der Regel 15- bis 19-jährige. Und da fallen eine ganze Menge “Nicht-Erwachsene” rein. Die das noch gar nicht wissen _können_ , wie genial sowas gemacht werden kann. Die Rechnung erhalten dann die Eltern - freigeschaltet wird natürlich nie. Aber zahlen muss man trotzdem.
Unser Konsumentenschutz warnt bereits davor (siehe mein Nachtrag) - speziell vor dieser deutschen GbR, die anscheinend mehrere Seiten mit der Endung -heute.com betreibt. Sollten Klagen kommen, vertritt die Arbeiterkammer sogar bereits mit aktiver Rechtshilfe.
Mai 22nd, 2006 at 10:05
Sorry, das möchte ich so nicht unterschreibe. Denn selbst wenn die Jugendlichen schon sehr selbstständig sind, so sollte man gerade bei solchen Geschichten die Kontrolle nicht vernachlässigen. Beziehungsweise man sollte früh genug mit den Jugendlichen über die Gefahren im Internet sprechen. Wobei sich allerdings das Problem auftut, dass viel der Eltern garnicht in der Lage sind darüber mit ihren Kindern zu sprechen weil ihnen selbst das Wissen fehlt. Denn es fallen ja auch genug sogenannte Erwachsene auf diese Werbung herein.
Mai 22nd, 2006 at 11:05
fehlendes Wissen - bingo!
mit den Jugendlichen sprechen - bingo!
Inzwischen hab ich weiter recherchiert, weil mich sowas nervt. Die feinen Herren sind schon seit Jahren Stammkunden vor dem richter - ahtten jede Menge Klagen wegen Dialer-Abzocke. Derzeit wetzt der Verbraucherschutz in DE seine Messer mit 16 gesammelten Klagen (Stand Anfang April).
Auch Akte hat bereits ermittelt:
http://www.sat1.de/lifestyle_magazine/akte/topthemen/aktuell/content/10570/
Natürlich kann man vorbeugend was tun. Aber mir gehts in erster Linie darum, derartigen Machenschaften immer und immer wieder einen Riegel vorzuschieben. Solang, bis das auf mehr als unseriöse Art und Weise ergaunerte Geld die Prozesskosten nicht mehr aufwiegt…..
Mai 22nd, 2006 at 11:05
…das ist ja auch richtig. Nur wenn die Leute den “gesunden Menschenverstand” einschalten würde, hätten solche Leute garkeine Plattform für ihre Abzockmethoden.
Es ärgert mich nur immer maßlos, wenn Leute nach der Justiz schreien wenn sie im Brunnen liegen in dem sie, durch Unachtsamkeit, selber hinein gefallen sind. Sicherlich sind manche Fallen so gut, dass auch Insider darauf herein fallen. Aber in der Regel sind doch diese Vesuche der Abzocke so plump aufgemacht, dass man es gut erkennen sollte.
Mai 22nd, 2006 at 11:05
eben noch was gefunden - sogar Links in Schulbüchern leiten auf die Seiten der Schmidtlein GbR und bescheren denen, die ein Referat schreiben, einen 24Monats-Zugang
siehe hier:
http://www.netzwelt.de/news/74103-dialerschutz-vom-schulbuch-in-die.html
Und noch ein weiterer Hinweis kam dazu:
Geworben wird mit dem Zusatz “Heute gratis” - was auf jeden Fall unter “irreführende Werbung” fällt. Denn “heute” bedeutet immer einen Tag und damit 24 Stunden. Die “kostenlose” Phase bei den Herren Schmidtlein läuft aber jeweils nur von Anmeldung bis 24 Uhr - also in den meisten Fällen weniger.
Mai 22nd, 2006 at 13:05
so, danke fuer die vorwarnung!
caro (meine tochter) und ich, durchforsten naehmlich gerade das inet nach einer lehrstelle fuer sie - denn ab juli zieht sie zurueck nach oesterreich u da denkt man ja wirklich nicht ueber solche “abzocken” nach, wenn ich mal ehrlich bin…
Mai 22nd, 2006 at 14:05
Was haben Links zu Internetadressen in Schulbüchern zu suchen? Da muß jemand ganz tief geschlafen haben.
Meines Erachtens haben Links in Schulbüchern überhaupt nichts zu suchen. Denn in der Zeit die die Schulbücher genutzt werden, können die Inhalte der Webseiten tiefgreifende Änderungen wiederfahren. Sollte man mal versuchen den Verlag abzumahnen.
Mai 22nd, 2006 at 16:05
Ich muss Wolf da vollkommen zustimmen!
Finde diese Abzocke zwar ebenso verwerflich, aber in Zeiten von Praktikum, schulischen Vorbereitungsmassnahmen, ständigen (warnenden) Medienberichten und elterlicher Aufklärungs- und Überwachungspflichten sollten diese “Abzocker” kaum Chancen haben.
Wie gesagt, ist das die theoritische Seite, die Praxis sieht leider viel trauriger aus…
Mai 25th, 2006 at 13:05
so ich muss da jetzt auch meinen senf dazugeben. (meinen sohn hats ja auch auf so einer seite “erwischt”).
wenn ein jugendlicher verzweifelt eine lehrstelle sucht, schaut er sicher nicht ins kleingedruckte, sondern freut sich, dass er eine neue seite entdeckt hat, wos vielleicht eine lehrstelle gibt.
außerdem wird auf vielen seiten mit gewinnspielen gelockt - und dann kommt die dicke rechnung samt mahnung und inkassobüro.
meinen dank an ingrid, dass sie sich so einsetzt.
Juni 1st, 2006 at 05:06
Internet-Betrügereien - die Beschwerdefälle häufen sich
Das Internet ist kein rechtsfreier Raum - heisst es. Und doch häufen sich die Beschwerdefälle wegen versuchten Betruges.
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