Gestern abend hatte ich ein Rendezvous mit unserem Finanzminister und Vizekanzler, Mag. Wilhelm Molterer. Ehrlich gesagt, nicht nur ich allein, sondern etwa 120 andere Wirtschaftstreibende aus meiner Umgebung auch. ;-)

Eine Podiumsdiskussion war angesagt. Bei der einige für mich sehr spannende Aussagen seitens unseres Finanzministers gefallen sind.

bereits 2,5 Mio Österreicher zahlen keine Lohn- bzw. Einkommenssteuer mehr

Hinergrund war, dass unsere Freigrenze auf 10.000 Euro pro Jahr angehoben wurde. Das muss man wissen, denn dann sieht dieser Satz nicht mehr ganz so rosig aus. Denn es bedeutet, dass 2,5 Mio Österreicher monatlich nicht mehr als durchschnittlich 800 Euro verdienen. Das deutet natürlich auf sehr sehr viele Teilzeitler hin. Ist aber eindeutig “zum Leben zu wenig, zum Sterben zuviel”.

Die Aufgabe des Staates ist es nicht, Stahl zu produzieren. Sondern die nötigen Umfeldbedingungen dafür zu schaffen.

Das war natürlich bezugnehmend auf die Linzer Stahlproduktion, die immer weiter privatisiert wird. Wo ich auch zustimmen muss. Denn verstaatlichte Betriebe mögen zwar sowas wie Arbeitsplatzgarantien vergeben können. Aber letztendlich zahlen wir alle aus der freien Wirtschaft dann die nicht gedeckten Kosten auf dem Umweg über unsere Steuern.

Die Mitarbeiterbeteiligungen müssen erweitert werden. Dass hier die Arbeiterkammer dagegen ist, zeigt mir, wie wichtig es ist.

Auch hier meine vollste Zustimmung! Weil gerade kleine Unternehmen (und jedes zweite Unternehmen in Österreich ist ein wirklich kleines!) wenig Möglichkeitenhaben, gute Mitarbeiter zu binden. In Form eines Beteiligungsmodelles können wir gute Mitarbeiter zu Partnern machen und sie so auch am direkten Erfolg des Unternehmens partizipieren lassen.

Der Ausbau der Infrastruktur ist eindeutig Sache des Staates. Dazu gehört auch die Versorgung mit Breitband.

Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Denn bei dem fortgeschrittenen Stand unseres eGouvernments ist es auch nötig, dass jeder Bürger Zugang zu Breitbandinternet hat.

Es gab noch mehr Interessantes. Ausblicke auf künftige Steuerreformen (die nächste grosse steht 2010 an) und Debatten um spannende Themen wie die Ganztagsschule, die ja ab Herbst 2008 als Pilotprojekt angeboten werden soll. Mal sehen, was sich davon in der Praxis bewährt.