Do 11 Jan 2007
Das leidige Thema - Rauchen. Ja, es ist ungesund. Ja, es ist teuer. Und ja - es wird immer unattraktiver.
Zuerst muss ich mal gestehen, dass ich seit meinem 14.Lebensjahr rauche. Mehr oder weniger viel, aber beinahe ohne Unterbrechungen. Sogar in meinen zwei Schwangerschaften sagte mir mein Arzt, dass ich zumindest fünf Zigaretten pro Tag rauchen dürfe, weil die Entzugserscheinungen beim völligen Aufhören schlimmer für das werdende Leben in mir seien als die fünf Zigaretten am Tag.
Bis vor drei Jahren habe ich auch immer gesagt: “Eher ist der Papst nicht mehr katholisch als dass ich mit dem Rauchen aufhöre.” Dann kamen die ersten ernsthaften gesundheitlichen Probleme - zwar nicht vom Rauchen verursacht, aber natürlich empfahl mein Arzt, ich solle die Glimmstengel endlich vergessen. Also das erste Mal in meinem langen Leben den ernsthaften Vorsatz gefasst, damit aufzuhören. Der auch glimpflich in die Hose ging. Trotz des tollen Internetportals hier.
Was ich geschafft habe: meinen täglichen Zigarettenkonsum von 30 zu reduzieren. Zuerst sogar auf 7-10, bleibend aber zumindest auf “unter 20″. Nicht viel, ich weiss - aber trotzdem besser als gar nichts.
In letzter Zeit fällt mir nun vermehrt auf, dass wir Raucher immer weniger werden. Sehr oft bin ich stundenlang in rauchfreier Umgebung - und rauche daher auch selbst nicht. Gottseidank klappt das bei mir relativ problemlos. Ich gehöre nicht zu denen, die dann irgendwo im Freien schnell mal gierig einen Glimmstengel vernichten müssen.
Durch das in Kraft treten des Tabakwerbeverbots am 29. Dezember 2006 hat z.B. Reemtsma seine Markenwebseiten vom Netz genommen. Tabakwerbung in Printmedien ist ohnehin schon verboten. Bleibende Werbekanäle für die Tabakindustrie sind nur noch Plakate und Kinos - soweit ich weiss, zumindest. Auf den Schachteln sind schon lange diese hässlichen Aufdrucke (wo sind die Zeiten, als wir aus den schönsten Schachteln diverse Einrichtungsgegenstände gebastelt haben?) und der Aufdruck von mehr als sprechenden Bildern statt der Texte wird derzeit wieder heftig diskutiert.
Weiterer Schritt im Kampf gegen den blauen Dunst seit ein paar Tagen in Österreich:
Bei Zigarettenautomaten bekommt man nur mehr dann Zigaretten, wenn man mit Bankomatkarte oder paybox bezahlen kann. Alle alten Automaten wurden angeblich bereits entfert. Damit ist dieser Zugang zu den Glimmstengel für alle Kinder und Jugendlichen endgültig dicht. Was ich auch für gut finde.
Irgendwann in letzter Zeit hab ich die Aussage gelesen:
“Rauchen muss unattraktiv werden - dann klappt es auch mit dem Aufhören.”
Ich glaube, das stimmt auch. Gerade bei den Jugendlichen muss Rauchen sowas von Out werden, dass die Kids sich damit nicht mehr hervortun können. sondern sich in der Clique eher als Versager und Weichei outen.
Januar 12th, 2007 at 14:01 e
Ja, ich rauche noch, aber auch von Woche zu Woche weniger - und ich bin froh drüber, dass es so ist.
Dass Rauchen unattraktiv werden muss, steht außer Frage, aber ich bezweifle, dass dieser Weg zum Ziel führt. Ich arbeite ja seit einiger Zeit im Zweitjob in einer Trafik und es ist schon kurios, was sich da abspielt. Die Einnahmen aus den Automaten sind klarerweise stark zurück gegangen. Dafür wird aber die Laufkundschaft mehr. Zum Teil kommt es auch zu überraschenden verbalen Angriffen auf uns hinter der Theke. Vor allem von unseren Zuwanderern, die keine Bankomatkarten besitzen und mangels Sprachkenntnissen auch nicht wissen, worum es wirklich geht. Sie alle kommen jetzt ins Geschäft und zeigen mit den Fingern auf die Zigarettensorte, die sie haben möchten. Ich geh mal davon aus, dass sie auch nicht lesen können, weil kaum einer wenigstens ansatzweise sagen kann, was er gerne möchte. Die zweite Auffälligkeit ist, dass vermehrt Jugendliche, die das erforderliche Alter haben, Großeinkäufe tätigen und von bis zu 10 Marken zwei oder drei Schachteln kaufen. Was die dann damit machen, kann sich jeder an drei Fingern abzählen. Meiner Meinung nach wird da ein neuer Zweig von Privathändlern aufgezogen, der sich dadurch auch noch ein mehr oder weniger großes Taschengeld herausholt. Und da gibt es dann auch noch das Enkerl, das plötzlich freiwillig für die Oma einkaufen geht und so nebenbei die Karte von Omilein missbraucht - alles schon erlebt!
Januar 13th, 2007 at 07:01 e
servus gerlinde
unglaublich, aber leider wahr, wenn du das so schreibst. dass da jetzt ein neuer markt für die 16/17jährigen entsteht und die damit erst recht die kleineren “in der hand” haben, find ich mehr als kontraproduktiv.
ich möchte gerne hoffen, dass das nur eine momentane erscheinung ist und die auswüchse wieder zurückgehen. aber da fehlt mir irgendwie der feste glaube dran…
allerdings fällt mir da ein erlebnis ein, das dafür auch bezeichnend ist:
tankstelle - mutter tankt und bezahlt, sohn (etwa 14) will sich von seinem geld zigaretten kaufen. kassier lehnt ab mit dem hinweis auf seine vorschriften. mutter beschimpft ihn darauf, schmeisst ihm das geld für die zigaretten hin und nimmt sie selbst. gibt sie natürlich gleich wieder ihrem sohn weiter…..
solange wir “erwachsenen” (manchmal scheint sich das wort nur auf die körpergrösse zu beziehen) ein derartig tolles vorbild sind, brauchen wir uns über unsere kids nicht zu wundern.
wünsch dir trotzdem ein schönes wochenende
alles liebe
ingrid
p.s.:mit dem festen vorsatz, wenigstens in meiner kleinen welt ein halbwegs brauchbares vorbild zu sein