Und wieder hat ein US-Gericht Microsoft zu einer Rekordstrafe verdonnert - angeblich der höchsten, die jemals einem Unternehmen bei einer Patentklage auferlegt wurde. 1,52 Milliarden Dollar - das sind 1,16 Milliarden Euro - diesmal an Alcatel-Lucent. Demnach ist Microsoft derzeit ohne MP3-Rechte und der Windows Mediaplayer damit illegal.

pressetext.at berichtet heute über diesen Fall und hat Stellungnahme vom österreichischen Patentamt dazu eingefordert. Die aber nicht kommt, da man dazu die Details der Patente kennen müsste.

Wie auch immer - es hagelt von allen Seiten Strafen auf den Software-Riesen. Dem irgendwann die Luft ausgehen wird/muss - denn so locker aus der Portokassa zahlt Microsoft Summen in dieser Höhe sicher nicht.

Dieser Prozess ist nur die Krönung einer langen Liste von Verfahren gegen den Konzern aus Redmond. Börse Online hat eine ausführliche Zusammenstellung der Klagen veröffentlicht. Demnach verging seit 1990 kaum ein Jahr, an dem nicht irgendein Gericht einen Fall gegen Microsoft verhandeln musste.

Der Konzern dürfte ein grundsätzliches Problem haben:
Mit den eigenen Produkten lässt sich im Zeitalter von opensource kaum mehr jemand beeindrucken. Denn wozu für etwas zahlen, das man in besserer Qualität kostenlos haben kann? Mit den beinahe nahtlos in das Windows-Betriebssystem integrierten anderen Anwedungen hagelt es aber laufend Klagen und sehr oft auch exorbitant hohe Strafen. Erst letztes Jahr hatte Adobe erwogen, Microsoft zu verklagen, da der Spezialist für Bildbearbeitungssoftware Patente verletzt sieht. Daraufhin entfernte Microsoft die fraglichen Programmbestandteile aus der neuesten Office-Version.

Als Unternehmensberater drängt sich mir natürlich hier schon die Frage auf:
Wie lange hält der Software-Gigant das noch durch?