So 10 Sep 2006
Können Sie sich auf Ihren Berater verlassen?
Geschrieben von ijb in Kategorie Tatort Unternehmen , Organisation , Marketing , Motivation , Verkauf (edit this)Beratung ist, wie viele andere Berufe, die sich heute entwickeln, eine Profession. Prägendes Kennzeichen aller Professionen (z.B. Medizinerinnen, Psychologinnen) ist die Verpflichtung zu einem hohen beruflichen Ethos, das sich an allgemeinen Werten und Normen orientiert. Diese Verpflichtung ist notwendig, da diese Professionen ein Stück Macht über den oder die anderen mit sich bringen. Das ist auch in der Beratung der Fall und es gilt, diese Macht nicht auszunützen sondern immer darauf zu achten, dass das Wohl der Klienten im Mittelpunkt des Interesses steht.
Das hört sich recht nett an und ist im Grunde auch meine Art, zu arbeiten. Aber ich bin nicht blind. Ich sehe sehr wohl, was am Markt tatsächlich geschieht.
Nehmen wir den Finanzdienstleister, der in erster Linie die Höhe der Provision bei seinen Produkten sieht und nicht den sinnvollen Einsatz als Investment bei seinen Kunden. Banken und deren Mitarbeiter schliesse ich da gar nicht aus - ganz im Gegenteil….
Nehmen wir den Steuerberater, der in erster Linie an hohen Honroarrechnungen interessiert ist und daher schnell mal ans Umgründen denkt mit dem Argument “Steuern zu sparen”. Dabei aber verschweigt, dass die Gesamtkosten der Umgründung diese Einsparungen wieder zunichte machen.
Dann wäre da noch der Versicherungsberater, der von einer der Gesellschaften, deren Produkte er vermittelt, höhere dauernde Provisionen erhält als von den anderen. Und daher diese Produkte bevorzugt verkauft.
Ach ja, und der Buchhalter, der Ihnen mehr an Buchhaltung aufzwingt als der Gesetzgeber für nötig erachtet. Weil er nämlich mehr daran verdient, Ihnen als grundsätzlichem Einnahmen/Ausgaben-Rechner doch eine doppelte Buchhaltung zu führen.
Und natürlich auch der Unternehmensberater, der Ihnen viel von Kennzahlen vorschwärmt und es bei Ihnen für verpflichtend hält, einige davon einzuführen. Obwohl Sie daraus vielleicht gar nichts Brauchbares ableiten können. Aber die (Honorar)Uhr tickt halt auch da….
Last but not least der IT-Berater, der für Sie gerade das Beste als gut genug erachtet und auch bei Ihrer Webseite zum Overdressing neigt. Warum wohl?
Es gäbe noch viele Beispiele dafür. Eins haben alle gemeinsam:
Der Berater interessiert sich in erster Linie für das Beratungsprodukt, das er gerade verkaufen will. Und natürlich für die Rechnung, die er dafür stellen kann. Was Sie auf lange Sicht davon haben, ist erst in zweiter Linie massgebend.
Wie wäre es, wenn Sie uneingeschränktes Vertrauen zu Ihrem Berater haben könnten?
Wenn Sie genau wüssten, dass er auch mal einen Weg aufzeigt, der Sie fast nichts kostet (ihm also momentan kein Geld bringt), aber dafür genau die richtige Lösung für Sie ist?
Wenn wirklich der Kundennutzen im Vordergrund stünde? Gepredigt wird das ja heute überall, aber leider nicht beherzigt.
… schöne neue Welt ……
September 10th, 2006 at 21:09 e
siehst du liebe ingrid, und drum sind günter und ich so froh, dass wir dich haben. wir können uns sicher sein, dass du dein geld mehr als wert bist.
ich arbeite übrigens nach dem gleichen prinzip. obwohl du mich schon deswegen “geschimpft” hast, schaffe ich es nicht, tatsächlich die zeit zu verrechnen, die meine klienten bei mir verbringen. ich bin nicht nur kinesiologin und geschäftsfrau sondern eben auch mutter und verstehe die vielen fragen, die eltern haben.
wir werden nicht reich - aber ich hoffe man/frau liebt uns.
September 12th, 2006 at 18:09 e
Die wollen alle nur Dein Bestes…..
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nämlich Dein Geld.
September 12th, 2006 at 18:09 e
@ Wolf
der war gut….
@ Birgit
Wir müssen wohl damit leben, dass in unserer Garage niemals ein Ferrari stehen wird. Wobei - bei Tempo 100 auf der Autobahn - wer braucht den schon?
September 13th, 2006 at 09:09 e
@Wolf - “meine” vertuscht das aber gut, dass sie nur mein bestes will! oder tut sie das nur, weil sie weiß, dass ich keins hab?? :O)
@ingrid: wer braucht schon einen ferrari? mein kia fährt tadellos und den kann ich so richtig anfüllen. ein ferrari hat doch keinen kofferraum.
September 14th, 2006 at 07:09 e
@Birgit
die Du schon länger kennst und schon oft gut zusammen gearbeitet hast, dann ist das auch nicht das Problem. Das Problem sind eher die Leute, die nach dem Motto handeln, “auftauchen, blenden, schnell zuschlagen und noch schneller verschwinden”, dann hast Du eventuell ein Problem.
Wenn Du einen Berater oder Beraterin hast
September 14th, 2006 at 17:09 e
@wolf - meine (also ingrid) hab ich durch ein online-netzwerk kennengelernt, wir wollten uns nur auf einen kaffee treffen und sind dann irgendwie aufs thema buchhaltung gekommen und schon war sie meine wirtschaftstante. *ggg*. hat irgendwie gefúnkt - ähnlich liebe auf den ersten blick - du siehst ihn/sie - und weißt er/sie ist der/die richtige.
September 14th, 2006 at 18:09 e
So etwas ist wichtig und dabei fällt man auch nur selten herein.
Aber wenn so eine “Niete in Nadelstreifen” vor Dir steht und will Dich belabern….
September 15th, 2006 at 22:09 e
ich hab ja grundsätzlich was gegen frauen *ggg*.
aber vor jahren bin zu einer zahnärtzin gewechselt. dann zu einer frauenärztin. und ingrid ist die weiblichste meiner steuerberaterinnen. die beiden anderen waren “nieten im nadelstreif” - ich könnte mich jetzt noch in den hintern beißen, was ich denen in den rachen geworfen habe.
aber was solls. jetzt hab ich “meine” ingrid und alles ist gut. mehr als gut!
September 16th, 2006 at 17:09 e
Ich habe auch etwas gegen Frauen, die verwirren immer alles.
Aber im Ernst, ich sehe das eher geschlechtsunspezifisch. “Pflegefälle” findet man in beiderlei Geschlecht.