Di 31 Jul 2007
dubiose Datenregister für internationale Marken
Geschrieben von ijb in Kategorie Tatort Unternehmen , Rechnungswesen , Organisation , Marketing , Tagesgeschehen (edit this)Achtung vor dubiosen Postsendungen, in denen Ihnen eine Registereintragung für internationale Marken vorgespiegelt wird! “Wirtschaftszentrale für Industrie und Gewerbe AG” nennt sich der Absender….
…. und verlangt mit dem gleichen Schreiben bereits den Eintragungspreis von € 1.423,10. Nein, ich bin keine Minute drauf reingefallen - zu oft schon sind ähnliche Schreiben für Firmenregisterdatenbanken in letzter Zeit auf meinem Schreibtisch gelandet. Immer das gleiche Strickmuster - wie ein Formular aufgebaut, einige Daten bereits enthalten, das Wichtige als 7-Punkt-Schrift, damit man es nur mit einer Lupe lesen kann,
Erfrischend war zudem, dass eine Zahlungsfrist von 10 Tagen gegeben wurde, das Schriftstück aber kein Ausstellungsdatum hatte. Ja, ja - ich weiss - da kommt die Buchhalterin durch
Ja, ich schau schon immer, ob denn die Belege, die ich in der Hand habe, überhaupt als Rechnung gelten können. Was unseren gesetzlichen Richtlinien nicht entspricht, wird auch nicht bezahlt.
Natürlich habe ich recherchiert und mal Google befragt, was denn so über diese Wirtschaftszentrale für Industrie und Gewerbe AG geschrieben wird im WWW. Und fand gleich unter den ersten Links eine Warnung des deutschen Patentamtes, in der auf eine Pressemitteilung aus dem Jahr 2004 !! verwiesen wird. Es wundert mich immer wieder, wie lange solche Umtriebe fröhlich getrieben werden können.
Und ehrlich gesagt wundert mich auch, dass immer wieder Leute darauf reinfallen……
Juli 31st, 2007 at 05:07 e
Wahrscheinlich gilt für diese unseriöse Dinge auch der Leitsatz: Wo ein Angebot, da auch Nachfrage. Allerdings für sehr - sagen mir mal - oberflächliche Denker
Juli 31st, 2007 at 11:07 e
“oberflächliche denker” ist nett
im ernst: in der praxis fallen diejenigen drauf rein, die immer noch instinktiv respekt (bammel) vor ämtern und behörden haben. also wieder die kleinen, die in ihrem job zwar spitze sind, sonst aber oft ein wenig unbedarft. und die sich - was nie gut ist - vor lauter tagesarbeit keine zeit nehmen (glauben, keine zu haben) um sich allgemein ein wenig zu informieren.
so fällt z.b. eine klientin von mir schon zum zweiten mal auf etwas herein, vor dem ich monate vorher hier am blog gewarnt habe. sie zahlt ziemlich teures lehrgeld dafür
und dann fängt sich der teufelskreis schon an zu drehen:
sie muss mehr verdienen, weil sie mehr bezahlt hat als geplant - damit hat sie noch weniger zeit, sich infos (zumindest von mir bei unseren monatlichen besprechungen) zu holen - damit wird der risikofaktor “unwissenheit” noch grösser…….
wie heisst’s so schön:
eine stunde über sein geschäft nachzudenken bringt oft mehr als einen monat dafür zu arbeiten
;-)