Mi 25 Jul 2007
der Computer kann das nicht…..
Geschrieben von ijb in Kategorie Tatort Unternehmen , Rechnungswesen , Organisation , Kommunikation (edit this)Der Einsatz von Computern und die immer vollständigere Vernetzung der Daten treibt recht lustige Blüten…..
Was da so alles passieren kann bzw. was ich in den letzten Wochen dabei erlebt habe, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:
Fall 1: Telering
Die Nachbarin meiner Mutter ist am 4.1.2007 verstorben. Hatte einen Telering-Telefonanschluss. Und bis dahin auch einen eigenen Postkasten. Nach dem Begräbnis wurde die Wohnung von den Verwandten geräumt, die Schlüssel der Hausverwaltung übergeben., der Postkasten abmontiert. Trotzdem warf der Postbote immer wieder Post an die Verstorbene bei meiner Mutter ein. Die gab es an den Sohn der Verstorbenen weiter, solang er greifbar war. Bis halt wirklich alles erledigt war und niemand mehr vorbeikam. Dann schickte meine Mutter die Post retour mit dem Vermerk “verstorben”. Soweit so gut.
Neulich allerdings entging ihr beim Öffnen der Post, dass ein Kuvert nicht an sie adressiert war. Sie hat auch einen Telering-Anschluss. In einem Schreiben - wieder mal an die nun schon vor einem halben Jahr Verstorbene - drohte Telering mit dem Deaktivieren des Anschlusses und machte auf zusätzliche Kosten wegen Einschaltung eines Inkassodienstes aufmerksam. Höhe der Forderung: keine 40 Euro.
Ich war grad auf Besuch, konnte mich nicht zurückhalten und rief an (kostenlose Hotline). Es war eine Begegnung deranderen Art…..
Am liebsten hätte die Damean der Hotline meinen Namen und meine Adresse gehabt, um mir die Rechnung zu schicken. Was ihr nicht gelang und sie sehr traurig und hilflos stimmte. Weil sie nämlich “die Kopie einer Sterbeurkunde braucht, damit der Computer ihr das Ausbuchen erlaubt”, erklärte sie mir.
Und wenn Telering nicht aufgekauft wird, mahnen sie noch in 100 Jahren eine Verstorbene……
Fall 2: GIS
Bin ja vor kurzem übersiedelt. Daher musste ich auch meine Rundfunk- und Fernseherlaubnis umschreiben lassen. Am Telefon alles bestens. “Ja, selbstverständlich, kein Problem.” Ich gab die neue Adresse durch und bat auch gleich, statt dem Namen meines Mannes nun meinen einzusetzen. “Ja, selbstverständlich. Kein Problem.” Ich war angenehm überrascht, dass das so einfach ging. Man soll ja bekanntlich den Tag nicht vor dem Abend loben…..
Denn Ende Mai war die neue REchnung für Juni/Juli noch an die alte Adresse gekommen. Ich schicke immer die Überweisungen sofort ab und datiere sie so, dass sie pünktlich durchgeführt werden. Mit eBanking ja kein Problem. Fälligkeit war der 11.6. und mit diesem Durchführungsdatum war die Überweisung schon zwei wochen vorher bei der Bank. Pünktlich am 1.Juni gab ich die Adressänderung durch. Am 6.Juli war bereits eine neue Rechnung bei mir mit einer völlig anderen Teilnehmernummer. Auf meine telefonsiche Anfrage hiess es: “Ja, das ging nicht anders, weil sich ja auch der (Vor)Name geändert hat. Der Computer kann das nicht anders.” Ich teilte mit, dass die Überweisung bereits unterwegs sei, allerdings ausgestellt auf die alte Teilnehmernummer. “Hmmm, das weiss ich nicht, ob das klappt. Der Computer weiss das ja nicht.” “Könnten nicht Sie vielleicht einen Vermerk an die Buchhaltung…..” “Nein, leider. Wissen Sie, am besten, Sie rufen in einer Woche nochmal an, wenn die Zahlung verbucht ist. Und klären das dann selbst.”
Brav wie ich bin, habe ich dann nochmal angerufen. Allerdings konnte die Zahlung nicht “gesehen” werden, weil derCompzter für abgeschlossene Teilnehmernummern keine Zahlung mehr annimmt. Man versprach, sich darum zu kümmern, wo das Geld sei - vermutlich in einer Warteschleife wegen Nichtzuordnung.
Letzten Montag dann kam eine Mahnung wegen Nichtzahlung der Gebühren - natürlich an meine neue Adresse. Diesmal griff ich zur Email - schriftlich ist immer besser. Gestern kam die Antwort per Email
“Vielen Dank für Ihr Mail. Gerne haben wir den Betrag umgebucht und den Säumniszuschlag ausgebucht.
Es gibt übrigens einen ganz einfachen Weg, Probleme mit Zahlungszielen zu vermeiden: Sie lassen die Gebühren bequem von Ihrem Konto abbuchen. Dann können Sie die Termine einfach vergessen und zahlen trotzdem immer pünktlich. Sie sparen Zeit, Wege und Kosten.”
Ob ich mir da sicher sein kann, dass mit einem Bankeinzug nicht doppelt abgebucht worden wäre? Aber das wäre für die GIS ja kein Problem, denn dann würde ich selbst meinem Geld nachlaufen - vermutlich bis ins nächste Jahrhundert hinein…..
Ich liebe Computer, arbeite gern und viel damit. Aber als Ausrede für meine eigene Unfähigkeit habe ich ihn bisher noch nicht benutzt. Oder sitzen tatsächlich an den Tasten der grossen Unternehmen nur mehr ungelernte Eingabekräfte, die wirklich nur eine Maske ausfllen können? Und bei allem, was ein wenig ausserhalb des Alltagtrotts liegt, nicht mehr weiter können?
“schöne neue Welt….”
Juli 26th, 2007 at 08:07 e
Hallo Ingrid,
in Deutschland kann man sein Geld nach Bankeinzug innerhalb von 6 Wochen ohne Angabe von Gründen zurückordern. Dann ist es an der Gegenseite, dem Geld hinterher zu laufen. Geht das in Österreich nicht??
Ansonsten kann ich nur empfehlen, Umzugsangelegenheiten per Einschreiben mit Rückschein zu erledigen. Mit Call-Centern geht es meistens leider schief.
Wir haben bei unserem Umzug gerade das Problem, Verträge abzuschließen. Wahrscheinlich weil wir Piefkes sind…
Juli 26th, 2007 at 10:07 e
servus monika
ja, das mit dem rückholen geht bei uns auch, hast recht. und deinen rat mit “schriftlich” werde ich ganz sicher beim nächsten umzug beherzigen. der ja hoffentlich dann etwas geordneter abläuft…
die callcenter sind wirklich nur mehr anlaufstelle für fragen, die man eigentlich ohnehin auf einer vernünftigen webseite in den faq findet.
zu eurem problem:
sollte in der eu doch kein thema mehr sein - ist es doch noch?
Juli 26th, 2007 at 13:07 e
Hallo Ingrid,
tja das mit der EU ist doch noch nicht so ganz einfach.
Einen handy-Vertrag bei t-mobile zu bekommen dauerte fast eine Woche und wir mussten unglaublich viele Papiere beibringen, bis hin zu Heiratsurkunde.
Zur Zeit versuchen wir gerade ein Haustelefon und Internet zu bekommen. Internet geht leider nicht ohne Telefonanschluss. Und das Telefon wird uns momentan noch verweigert, weil wir als einzige Mieter im ganzen Haus einen Potentialausgleich brauchen gegen Blitzschlag. Wie gesagt, die anderen Mieter brauchen so etwas nicht…
Und dann versuchen wir noch Strom zu bekommen. Mal sehen, wie das ausgeht. Es bleibt weiter spannend.
Juli 26th, 2007 at 16:07 e
monika, es gibt ein xdsl-paket von upc (und wahrscheinlich auch von anderen anbietern), das einen festnetzanschluss mitbringt. man braucht dazu eine irgendwann mal verlegte festnetzleitung. eine aktive nummer allerdings ist nicht nötig. und daher entfällt der vertrag mit der telekom und natürlich auch deren grundgebühr.
vielleicht ist sowas auch in eurem gebiet verfügbar? ich habs seit zwei monaten und bin ausgesprochen zufrieden damit.