Marketing


Seit gestern höre ich an jeder Ecke im WWW lautes Geschrei. Gejammert wird da, von Frechheit geredet und düstere Prognosen an die Wand gemalt. Bei manchem dieser Jammerer bekommt man fast das Gefühl, dass der Strick schon wartet…..

Und das alles,weil Google mal wieder seinen Pagerank updatet. Und dabei einige runter stuft, die in den letzten Monaten mit allen möglichen Tricks versucht haben, den Pagerank rauf zu pushen. Links wurden gekauft, ganze Linklisten haben z.T. recht brauchbare Unternehmenswebseiten entstellt, viel Geld hat den Besitzer gewechselt auf Grund toller Versprechungen einiger Suchmaschinen-Optimierer.

was Webbix dazu sagt, lesen Sie am besten selbst

Ich habe auf allen meinen eigenen Webseiten keine grundlegende Veränderung bemerkt. Der PR ist maximal dort gesunken, wo ich seit langem nicht mehr aktualisiert habe. Und das war ja zu erwarten, so etwas überrascht mich nicht. Er ist aber auch dort gestiegen, wo ich es erwartet hatte. Also alles in allem für mich keine Überraschungen.

Übrigens:
der nächste Kommentar auf diesem Weblog ist der 1.000ste ;-)

Der letzte Teil meiner Artikelreihe zum Thema Businessplan - und für viele vermutlich der schwierigste. Gilt es hier doch in erster Linie, sich nicht selbst in die Tasche zu lügen.

Zukunftsprognosen:
Nun ist der Zeitpunkt gekommen, sich eine Kristallkugel zu kaufen. Werden viele denken. Und mindestens genauso viele fangen an zu träumen - traäumen von grossen Zielen, enormen Umsätzen, rasanter Entwicklung.
Halt!

Jetzt ist es Zeit, sich nüchtern mit der Zukunft zu beschäftigen. Realistische Entwicklung ist gefragt. Zuwachsraten, die auch machbar sind. Übersehen Sie beispielsweise dabei nicht, wenn Sie alleine sind, hat Ihr Tag nur 24 Stunden. Wenn Sie nun Umsätze erreichen wollen, die umgelegt auf Mann-Stunden einen 36 Stunden-Tag an acht Tagen in der Woche benötogen würden - dann kann etwas mit Ihrer Prognose nicht stimmen! Oder Sie müssen - um das gesetzte Ziel zu erreichen - Mitarbeiter einstellen. Damit steigen aber gleichzeitig die Kosten auf der anderen Seite!

Nein, ich kann Ihnen jetzt keine Patentlösung präsentieren, mit der Sie am Boden der Tatsachen bleiben können. Denn die Entwicklung Ihres neu gegründeten Unternehmens hängt von sehr vielen Faktoren ab. Das lässt sich nicht in eine einzige Rechenformel pressen. Sie finden “Ihre” Prognose am besten dadurch, indem Sie (wieder mal) in die Haut Ihres potentiellen Kunden schlüpfen.

Was muss sein, damit Ihre ersten Kunden wieder kommen? Und vielleicht noch neue Kunden mitbringen? Sie weiterempfehlen? Für Sie Werbung machen?
Können Sie diese Voraussetzungen erfüllen?
Wieviele Kunden erwarten Sie zu Anfang?
Wie gefragt ist Ihr Produkt, Ihre Dienstleistung? Massenmarkt oder Nische?
Welchen Standort haben Sie gewählt?
Können Sie finanziell gesehen das erste Halbjahr im Ernstfall auch ohne Gewinne überlegen (Eigenkaital)?

Das sind nur die Fragen, die mir jetzt spontan einfallen. Es gibt noch eine ganze Menge mehr davon - abhängig von Ihnen, Ihrer Idee, Ihrem Produkt, Ihrer Dienstlesitung, Ihrem Markt.

Bleiben Sie stark.
Viel Glück (denn auch das gehört am Rande dazu) und natürlich maximalen Erfolg mit Ihrem Projekt!
;-)

Wie oft habe ich selbst schon von den Gebrüdern Schmidtlein geschrieben? Ich möchte für jeden Beitrag, der zu diesem Thema im Internet steht, nur einen einzigen läppischen Cent haben - ich glaub, dann könnte ich schon wieder auf Urlaub fahren….

Eben auf den Seiten der Arbeiterkammer Vorarlberg gefunden:

Abzocke im Internet: 5000 Geschädigte

Allein 5.000 !! in Vorarlberg - die Dunkelziffer noch höher. Wieviele werden es wohl insgesamt sein, die auf diese Masche hereingefallen sind? Unser Konsumentenschutz zeigt sich in der Sache gottseidank recht rührig und rät strikt davon ab, zu zahlen.

Diesmal ist es der Herold selbst, der die Warnung ausschickt. Eine Firma mit dem Namen Yellow Pages ist dabei, im Windschatten des Herold Geld zu machen. Natürlich ist die entsprechende Webseite so gut wie leer - nur eins der open source Scripte installiert, aber so gut wie keine Inhalte hinterlegt. Das Impressum besteht lapidar aus

Impressum:

Firma
Yellow Pages

Url: http://www.yellow-pages24.at
E-mail:info@yellow-pages24.at

Aber pikanterweise gibt es eine Seite dort, die speziell auf betrügerische Angebote eingeht und den Leser auffordert, sich bei Frau Sandra P. zu melden, die dem Geschädigten weiterhelfen will. Das Unternehmen will wirklich nur das Beste - Ihre Geld…. ;-)

Hier der Originaltext der Warnung, die Herold ausschickt:

Aus gegebenem Anlass wollen wir Sie heute vor einem Anbieter warnen, der derzeit sogenannte “Werbeverträge” für eine Insertion in “DIE GELBEN SEITEN - THE YELLOW PAGES” bzw. www.yellow-pages24.at versendet. Einige dieser Zusendungen enthalten Inserate, die ohne unsere Zustimmung aus HEROLDŽs Gelben Seiten kopiert wurden. Es könnte damit bei Ihnen der Eindruck entstehen, dass es sich hierbei lediglich um die Verlängerung einer bereits bestehenden Einschaltung handelt.

Wenn Sie diesen sogenannten “Werbevertrag” unterzeichnen, binden Sie sich für ein Jahr mit zwei kostenpflichtigen Schaltungen. Der Vertrag verlängert sich automatisch um ein Jahr, wenn Sie diesen nicht drei Monate vor Ablauf schriftlich kündigen. Allerdings stehen Sie bei der Kündigung vor einer ziemlichen Hürde: Firmenname und Firmensitz gehen aus der Aussendung nämlich nicht hervor.

Mit HEROLD`s Gelben Seiten oder HEROLD.at, dem meistgenutzten Nachschlagewerk Österreichs für die Suche nach Rufnummern, Adressen, Produkten und Dienstleistungen, hat das alles nichts zu tun. Im Gegensatz zu HEROLD.at ist die Internetsite www.yellow-pages24.at völlig nutzlos. Trotz hartnäckiger Suche konnten wir keinerlei Einträge finden.

HEROLD prüft derzeit rechtliche Schritte. Bis diese greifen, empfehle ich Ihnen, beim Empfang von Verträgen, Auftragsformularen, Angeboten und Zahlscheinen für Werbeeintragungen ganz genau zu prüfen, für welche Leistung Sie zur Kasse gebeten werden.

Wenn Sie weitere Fragen haben, steht Ihnen gerne unser Kundenservice unter kundenservice@herold.at bzw. Tel. 02236/401-133 zur Verfügung.

Freundliche Grüße aus Mödling

Thomas Friess
Geschäftsführer

Kundennutzen:

Die Kernfrage: Was hat der Kunde davon, wenn er gerade Ihnen Geld gibt für Ihre Produkte, Ihre Dienstleistungen?

Dabei stellen Sie sich am besten auf die andere Seite - auf die Ihres Kunden nämlich. Vergessen Sie Ihren Enthusiasmus und beurteilen Sie nüchtern, was Ihr zukünftiger Kunde von Ihren Waren oder Dienstleistungen profitieren wird. Am besten ziehen Sie dabei Freunde zu Rate, die Ihnen ehrlich ihre Meinung sagen. Lassen Sie Ihre Angebote und Dienstleistungen gnadenlos beurteilen! Hier muss zerpflügt werden, was nicht klar und eindeutig ist. Denn wenn Sie das nicht vorher tun - Ihre Kunden werden es in der Praxis ganz sicher tun! Dann kann es aber schon zu spät sein.

Nein, es hilft Ihnen nicht, wenn Sie der Meinung sind: “ich verkaufe alles”. Natürlich heisst es landläufig, dass ein guter Verkäufer einem Eskimo einen Kühlschrank verkauft. ;-) Aber sogar da muss der Verkäufer wohl erkannt haben, dass der Eskimo durch den Kühlschrank den gewaltigen Vorteeil hat, dass die Lebensmittel nicht mehr steif gefroren sind, sondern “nur” gut gekühlt.

Denken Sie über Ihren Tellerrand hinaus! Sie wollen das Produkt, die Dienstleistung verkaufen. Natürlich! Aber warum sollte jemand Ihnen dafür Geld geben? Nur weil Sie das wollen? Wohl kaum. Sondern weil dieser Jemand für sich einen Nutzen darin sieht und ihm dieser Nutzen das zu zahlende Geld wert ist. Das zu ergründen, ist oft nicht einfach - aber ein unbedingtes Muss.

Bereits bei der Lehrabschlussprüfung zu allen kaufmännischen Berufen wird im Bereich Marketing und Kommunikation nach dem Thema “vergleuchende Werbung” und “unlauterer Wettbewerb” gefragt. Wichtig schon deshalb, weil ein Verstoss dagegen sehr teuer kommen kann.

Erinnern Sie sich noch an den berühmten Musterprozess unseres Brillen-Löwen Hartlauer? Mit seiner Art von vergleichender Werbung hat er damals ziemlich viele Klagen kassiert und auch dementsprechende Strafen bezahlt. Gleichzeitig bekam er in allen Medien soviel kostenlose Werbung, dass er beinahe üebr Nacht zur “Marke” angewachsen war. Und man heute noch von diesen Ereignissen spricht…..

Die Grossen müssen einfach nur genug Geld (oder eine ausgezeichnete Versicherung) im Background haben - dann kann man sich derartige Werbung erlauben. Für uns Kleine heisst’s da schon leiser treten. Eine Klage kann schnell an die 30.000 Euro kosten oder mehr. Kommtt darauf an, wem man dabei auf die Zehen tritt.

Vergleichende Werbung darf nicht irreführend sein, und damit sie als vergleichend gilt, muss sie den Mitbewerber oder dessen Erzeugnisse oder Dienstleistungen deutlich beschreiben. Der Ton muss sachlich bleiben.

Das UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) wurde in den letzten Jahren immer mehr gelockert. Nun steht uns mit 12.Dezember 2007 ein neuer, nicht unwichtiger Termin bevor:
Eine EU-Richtlinie (2006/114/EG) über irreführende und vergleichende Werbung tritt am 12. Dezember 2007 in Kraft. Im Artikel 2 werden die beiden Begriffe definiert, der Artikel 4 legt fest, dass vergleichende Werbung erlaubt ist, wenn sie

  • nicht irreführend ist
  • Waren oder Dienstleistungen für den gleichen Bedarf und in objektiver Art vergleicht
  • Marken und Handelsnamen des Mitbewerbers weder herabsetzt noch verunglimpft
  • der Ruf der Marke eines Mitbewerbers nicht in unlauterer Weise ausgenützt wird


Vorsicht nach wie vor in speziellen Bereichen und Branchen:

Dem Buch- und Schreibwaren-Anbieter LIBRO wurde mit einer Einstweiligen Verfügung (11/2006) untersagt, für preisreduzierte Bücher zu werben. Zwar ist es erlaubt, bis zu 5 % Rabatt auf den vorgeschriebenen (!) Buchpreis zu gewähren, bloß in der Werbung darf damit nicht argumentiert werden. Nur im persönlichen Verkaufsgespräch im Geschäft. Denn in Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt die Buchpreisbindung. Nachdem Libro Aufforderungen durch den Fachverband Buch- und Medien die Verstöße gegen das Preisbindungsgesetz einzustellen nicht nachgekommen war, brachte dieser die Unterlassungsklage ein.
[Quelle: WKO.at]

Ein paar spannende und sehr interessante Beispiele zum Thema “vergleichende Werbung” finden Sie hier => www.castelligasse.at

betriebswirtschaftlicher Kernbereich:
Nun geht es ans “Eingemachte” - an Zahlen, die Sie im voraus einschätzen müssen. Geplante Umsätze und alle Kostenbereiche werden abgefragt. Wie kommen Sie nun an diese Zahlen?

Die Kosten sind meist leichter zu schätzen. Also damit anfangen. Miete, Betriebskosten, Telefon, Internet und diverse andere laufende Fixkosten lassen sich relativ leicht eruieren. Beim Personal wird es schon etwas schwieriger. Überlegen Sie, was Ihr zukünftiger Mitarbeiter netto verdienen will. Dazu rechnen Sie dann nochmals 100% der Summe - damit erhalten Sie das ungefähre Bruttogehalt zuzüglich der anfallenden Lohnnebenkosten wie Kommunalsteuer, Dienstgeberbeitrag etc. Das nun errechnete Monatsbrutto mal 14 und Sie haben die jährliche Kostenbelastung dieses Mitarbeiters. Ja,mal 14 - denn für Unternehmen hat das Jahr 14 Monate, zumindest in der Lohnverrechnung, 12 Kalendermonate und Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
Auch beim KFZ ist es nicht mehr ganz so einfach. Sie müssen in etwa abschätzen können, wieviele Kilometer Sie pro Jahr fahren werden. Auch dazu fangen Sie bei einer monatlichen Schätzung an. Fahrten zur Bank, zum Lieferanten, zum Kunden - je nachdem, wie Ihr Arbeitstag verlaufen wird. Von der monatlichen Kilometerleistung kommen Sie dann auf eine jährliche (einfach mal 12 rechnen). Und dann schlagen Sie bitte noch 15% dazu für Fahrten, die nicht vorhersehbar sind, trotzdem aber anfallen werden. Haben Sie die geschätze Anzahl der pro Jahr zu fahrenden Kilometer, nutzen Sie am einfachsten das amtliche Kilometergeld (0,376 € pro km), um die ungefähren Kostne zu ermitteln. Das gilt übrigens auch für Leasingfahrzeuge, weil das Leasingentgelt selbst ja nur quasi der Kaufpreis für das Fahrzeug ist.

Jetzt sind die Umsätze dran. Wenn Sie Waren verkaufen, müssen Sie wissen, welchen durchschnittlichen Rohaufschlag Sie erzielen können. Das kann je nach Branche sehr unterschiedlich sein. Hier hilft Ihnen der Kontakt mit Ihrer Wirtschaftskammer - dort liegen Kennzahlen für jede Branche auf - durchschnittliche Werte von Betrieben aus Ihrer Branche. Ein Richtwert, kein Muss - aber immerhin.

Nun können Sie anhand des Rohaufschlags ermitteln, wie hoch Ihr Umsatz demnach sein soll, damit Sie zumindest die Kosten abdecken können. Da wir ja bei den Kosten den Wareneinsatz vernachlässigt haben, rechnen wir nun mit dem reinen Rohaufschlag weiter. Bei Handel mit Waren kann der Porzentsatz bei 3 bis 20% (manche Branchen auch mehr) liegen. Bei reinen Dienstleistern kann der Rohaufschlag natürlich auch 100% sein. Der Rohaufschlag soll für unsere Berechnung mindestens gleich gleich der Summe der vorher ermittelten Kosten sein. Wenn Sie also als RA z.B. 20% als realistisch ermittelt haben, müssen diese 20% also gleichzeitig 100% der Kosten sein. In diesem Fall müssen Sie die Summe der Kosten mal fünf rechnen (fünf mal 20 ergibt 100), um auf die gesamte benötigte Summe Ihres Umsatzes zu kommen. Können Sie mit einem RA von 100% arbeiten, sind Ihre nötigen Umsätze deckungsgleich mit den Kosten.

Nun haben wir einen vorgegebenen Umsatz. Aber halt! Nicht gleich jubilieren! Denn nun müssen Sie prüfen, ob Sie diesen Umsatz überhaupt erreichen können. Nehmen wir an, Sie haben einen Umsatz von 120.000 Euro ermittelt. Diese Summe gilt für ein ganzes Jahr. Damit müssen Sie pro Monat durchschnittlich 10.000 Euro Umsatz erzielen können. Oder noch weiter herunter gerechnet etwa 2.500 Euro pro Woche. Klingt das plausibel? Wenn ja, bedenken Sie nun, dass wir bisher noch keinen einzigen Cent verdient haben! Es muss also locker noch Platz sein, damit Sie den Gewinn zusätzlich erzielen, den Sie zum Leben benötigen. Wenn nein, dann sollten Sie Ihre Geschäftsidee nochmals überdenken. Denn so wird es nicht klappen - sie können nicht Monat für Monat Geld zuschiessen, um arbeiten zu dürfen.

Wichtig bei Ihrer Einschätzung ist, dass Sie die Kosten eher nach oben (=teuer) schätzen und die Einnahmen eher an der unteren (=sicheren) Grenze positionieren.

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