Tatort Geld


Die österreichische Bundesregierung hat sich aktuell zum Ziel gesetzt, bei den Unternehmen 25 % der Verwaltungskosten, die im Zusammenhang mit gesetzlichen Informations- und Erklärungsverpflichtungen anfallen, einzusparen. Wir Wirtschaftstreuhänder wissen, dass die Entwicklung bei den Steuererklärungsformularen in den letzten Monaten und Jahren diesem Ziel diametral entgegen steht.

Ein besonders krasses Beispiel stellt in diesem Zusammenhang die Neuauflage des Formulars E 6 (samt Ergänzungsformularen) für 2007 dar: Abgesehen davon, dass das bisherige Formular wesentlich erweitert worden ist, umfasst die der KWT im Entwurf vorliegende Ausfüllhilfe zu diesem Formular sage und schreibe 62 Seiten!

Als jüngster “Streich”, von dem die KWT vor kurzem eher zufällig Kenntnis erlangt hat, soll das Formular für die Umsatzsteuervoranmeldung (U 30) ab 2008 um zwei neue Felder ergänzt werden, in denen die Vorsteuern betreffend Kfz sowie betreffend Gebäude monatlich gesondert angegeben werden müssen. Ganz abgesehen davon, dass die Information über die geplante Formularerweiterung für die notwendige Anpassung der Buchhaltungssoftware ab 1.1.2008 und die erforderlichen Vorkehrungen im Rechnungswesen sehr spät ergangen ist, liegt es auf der Hand, dass das “Herausfiltern” dieser Beträge aus der Buchhaltung mit einem unverhältnismäßig hohen Verwaltungsaufwand verbunden ist und nach Ansicht der KWT eine unzumutbare Belastung für Unternehmer und für Wirtschaftstreuhänder darstellt.

Eine grundlegende Vereinfachung der Formulare ist daher unbedingt notwendig. Auf Initiative der KWT wird das BMF im 1. Quartal 2008 einen Arbeitskreis zum Umfang der Steuererklärungen einrichten. Ziel dieses Arbeitskreises, in dem auch Vertreter der KWT mitwirken werden, ist eine Vereinfachung der Steuererklärungsformulare. Es soll geprüft werden, inwieweit im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben eine Reduktion des Erklärungsumfangs möglich ist.

[Quelle: www.kwt.or.at]

Heute ist wieder einmal der internationale “Kauf-Nix-Tag”. Sie wussten gar nicht, dass es ihn gibt?

Dieser “Buy Nothing Day” kommt natürlich aus den USA zu uns. Wie könnte es anders sein? Und wird jährlich am letzten Freitag im November in Nordamerika und am letzten Samstag im November im Rest der Welt begangen. Ziel ist es, uns alle zum Nachdenken über unser Kaufverhalten anzuregen. Und vielleicht auch das eine oder andere sinnlose Weihnachtsgeschenk zu vermeiden.

Was als einfache Idee vor angeblich fünfzehn Jahren in Nordamerika begann (am Tag nach dem Feiertag “Thanksgiving” - Amerikas geschäftigstem Einkaufstag des Jahres), wuchs als Buy Nothing Day zu einer weltweiten Zelebration und Demonstration des Konsumbewusstseins und des übermäßigen Konsums heran. Das Schöne daran ist: es kostet absolut nichts, dabei mitzumachen. ;-)

In Wien auf der Mariahilfer Straße streiken heute die Weihnachtsmänner, sitzen faul herum und verteilen Flugblätter über den Kauf Nix Tag. Wer will, kann sich auch Geschenk-Verzichts-Erklärungen abholen.

“Kampf dem Konsumrausch”
tituliert nt-v den heutigen Artikel dazu und stellt fest, dass in Deutschland heuer keine grösseren Aktionen stattfinden werden.

In Grossbritannien wiederum soll der heutige Buy Nothing Day der grösste bisher werden.

Was werde ich tun? Das, was ich sowieso getan hätte - “normal” einkaufen gehen (hungern finde ich nicht so spannend….) und mich höchstens drüber freuen, wenn heute nicht allzu viel los ist. Das bleibt vermutlich ein Wunschdenken……..

Eben im Newsticker durchgekommen: Die Finanzmarktaufsicht hat einen Strafbescheid gegen Meinl european Land erlassen. Das Unternehmen wurde per Bescheid wegen “Irreführung” abgestraft. Auch die Wiener Börse soll ihre Finger im Spiel gehabt haben. Jeder Manager muss 20.000 Euro Strafe zahlen. Meinl European Land wird dagegen berufen.

In Anbetracht dieser Entwicklung kann ich nur jedem betroffenen Anleger empfehlen, sich an die Sammelklagen anzuhängen. Die Aussichten sind relativ gut.
Mehr Infos zu Sammelklagen => kursverlust.at

das Thema im Kurier heute

Ah ja, und natürlich

Der Handel mit Meinl European Land wird nach einer Aussetzung durch die Wiener Börse ab 12 Uhr wieder aufgenommen.

:-(

Gestern abend hatte ich ein Rendezvous mit unserem Finanzminister und Vizekanzler, Mag. Wilhelm Molterer. Ehrlich gesagt, nicht nur ich allein, sondern etwa 120 andere Wirtschaftstreibende aus meiner Umgebung auch. ;-)

Eine Podiumsdiskussion war angesagt. Bei der einige für mich sehr spannende Aussagen seitens unseres Finanzministers gefallen sind.

bereits 2,5 Mio Österreicher zahlen keine Lohn- bzw. Einkommenssteuer mehr

Hinergrund war, dass unsere Freigrenze auf 10.000 Euro pro Jahr angehoben wurde. Das muss man wissen, denn dann sieht dieser Satz nicht mehr ganz so rosig aus. Denn es bedeutet, dass 2,5 Mio Österreicher monatlich nicht mehr als durchschnittlich 800 Euro verdienen. Das deutet natürlich auf sehr sehr viele Teilzeitler hin. Ist aber eindeutig “zum Leben zu wenig, zum Sterben zuviel”.

Die Aufgabe des Staates ist es nicht, Stahl zu produzieren. Sondern die nötigen Umfeldbedingungen dafür zu schaffen.

Das war natürlich bezugnehmend auf die Linzer Stahlproduktion, die immer weiter privatisiert wird. Wo ich auch zustimmen muss. Denn verstaatlichte Betriebe mögen zwar sowas wie Arbeitsplatzgarantien vergeben können. Aber letztendlich zahlen wir alle aus der freien Wirtschaft dann die nicht gedeckten Kosten auf dem Umweg über unsere Steuern.

Die Mitarbeiterbeteiligungen müssen erweitert werden. Dass hier die Arbeiterkammer dagegen ist, zeigt mir, wie wichtig es ist.

Auch hier meine vollste Zustimmung! Weil gerade kleine Unternehmen (und jedes zweite Unternehmen in Österreich ist ein wirklich kleines!) wenig Möglichkeitenhaben, gute Mitarbeiter zu binden. In Form eines Beteiligungsmodelles können wir gute Mitarbeiter zu Partnern machen und sie so auch am direkten Erfolg des Unternehmens partizipieren lassen.

Der Ausbau der Infrastruktur ist eindeutig Sache des Staates. Dazu gehört auch die Versorgung mit Breitband.

Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Denn bei dem fortgeschrittenen Stand unseres eGouvernments ist es auch nötig, dass jeder Bürger Zugang zu Breitbandinternet hat.

Es gab noch mehr Interessantes. Ausblicke auf künftige Steuerreformen (die nächste grosse steht 2010 an) und Debatten um spannende Themen wie die Ganztagsschule, die ja ab Herbst 2008 als Pilotprojekt angeboten werden soll. Mal sehen, was sich davon in der Praxis bewährt.

Wer hat Schuld an den Schulden? Der “abzockende” Staat, die “gierigen” Banken oder der leichtfertige Konsument? Warum landen immer mehr Menschen in der Schuldenfalle? Kennen wir einfach alle unsere Grenzen nicht mehr?

Das fragte Donnerstag abend Maybrit Illner im ZDF. Unter anderem war Anne Koark geladen - eine Frau, die selbst Pleite machte und seit einigen Jahren nun ihr Geld damit verdient, anderen den Weg aus der Pleite-Krise aufzuzeigen.

wenn der Pleitegeier wartetAuch in Österreich ist das nahezu ein Tabu-Thema, obwohl täglich immer mehr Privatpersonen in die Schuldenfalle geraten. Genau diese Privatpersonen sind aber gleichzeitig unsere Kunden. Was können wir von Kunden erwarten, die auf das Existenzminimum beschränkt sind? Sehr wenig, denke ich.

Meiner Meinung nach haben wir tatsächlich verlernt, ernsthaft mit Geld umzzugehen. Die Werbung gaukelt uns eine heile Welt vor, in der Bedürfnisse existieren, von denen wir bis vor einer Minute noch keine Ahnung hatten. Banken sind zwar bei der Kreditvergabe inzwischen vorsichtig geworden - aber (leider) hauptsächlich bei uns Unternehmern. Der Private, der einen (derzeit noch sicheren) Arbeitsplatz hat, bekommt leicht Kredite. Unternehmen selbst locken mit Teilzahlungsangeboten - und verschweigen dabei, dass ja auch heir eine Bank im Hintergrund steht und bei Nichtzahlen der Raten restrriktiv eingreift.

Die Banken spielen leichtfertig mit unserem Geld (siehe der immer noch aktuelle Bawag-Skandal) und verlieren auch noch dabei. Eine Vorbildswirkung? Hoffentlich nicht!

Der Ausweg aus der Schuldenfalle?

Wir müssen uns in erster Linie wohl wieder darauf besinnen, dass wir nicht mehr ausgeben können und dürfen, als wir haben. Jetzt haben - nicht, was wir irgendwann haben werden! Auch privat Ausgaben planen und nicht nur das aktuelle Einkommen dabei berücksichtigen, sondern auch in die Zukunft denken dabei.

Wenn Sie bereits in der Schuldenfalle sitzen, ist dringender Handlungsbedarf gegeben!

Stopfen Sie auf keinen Fall alte Löcher, in dem Sie neue aufreissen! Treffen Sie Rückzahlungsvereinbarungen, mit denen Sie auch leben, die Sie auch einhalten können. Und vermeiden Sie dabei unbedingt neue Schulden! Jede Schuld, die nicht rechtzeitig beglichen wird, schafft neue (Un)Kosten und brdet Ihnen daher noch mehr Last auf.

Als Privater hilft Ihnen dabei jede Schuldnerberatung in Österreich. Als Unternehmen in der finanziellen Krise nehmen Sie rechtzeitig guten Rat von Professionisten in Anspruch. Auch ich beschäftige mich oft mit insolvenzgefährdeten Unternehmern und stelle dabei immer wieder fest: “wäre der Klient früher gekommen, hätte man viel mehr retten können”.

Wer mit seinem Kredit im Rückstand ist, kann teuer draufzahlen. Denn Verzugszinsen und Mahnspesen sind hoch. Ein AK Test bei neun Wiener Banken zeigt: Die verrechneten Verzugszinsen betragen in der Regel fünf Prozent. Die erste Mahnung kostet je nach Bank zehn bis 20 Euro.

Haben Sie Probleme mit der Rückzahlung, reden Sie sofort mit Ihrer Bank. Denn wer nicht pünktlich oder in der vereinbarten Höhe bezahlt, hat teure Verzugszinsen. Vereinbaren Sie eine längere Laufzeit, dann sinkt die monatliche Belastung. Können Sie sich die Rate nicht mehr leisten, erwägen Sie eine Stundung und einen Mahnstopp.

Hier finden Sie die von der Arbeiterkammer eruierten Kosten in einer übersichtlichen Tabelle:
Was kosten Verzugszinsen und Mahnspesen bei Konsumkrediten?

Treibt auch bei Ihnen das Wort “Banker” den Adrenalinspiegel in die Höhe? Das Manager-Magazin hat 6.000 Bankkunden befragt - und ein vernichtendes Urteil über speziell die deutsche Bankenlandschaft erhalten.

Diesem Bericht auf Spiegel Online ist eigentlich nicht mehr viel hinzu zu fügen…..

Und doch möchte ich ein paar meiner Gedanken weiter geben. Denn es kommt - wie überall im Leben - meiner Meinung nach nicht nur auf die Bank, sondern auch auf die einzelnen (verantwortlichen) Personen in den Banken an.

Meine Erfahrungen mit Banken sind ganz sicher nicht nur positiv. Aber ich habe mir angewöhnt, auch mit Bankern zu reden wie mit Kunden oder Lieferanten. Ich ärgere mich nicht, wenn Fehler passieren. Ich reklamiere sachlich und erwarte eine Richtigstellung.

Daher mein Tipp an Sie:
Verhandeln Sie mit Ihrer Bank - behandeln Sie die Banker wie Ihre Lieferanten. Trauen Sie sich, nachzufragen. Speziell bei den Kontogebühren sind Verhandlungen in der heutigen Zeit unumgänglich. Nehmen Sie nicht alles, was eine Bank macht, als Schicksal an. ;-) Und vor allem: egal, was passiert ist - behandeln Sie die Menschen in den Banken trotz allem mit Respekt. Sie werden auf diese Weise (fast) immer erreichen, was Sie erreichen wollten. ;-)

Next Page »