Mo 29 Jan 2007
Was Journalisten wirklich (nicht) wollen
Geschrieben von ijb in Kategorie Tatort Unternehmen , Marketing , BusinessBlog Carneval , MedienarbeitNoch kein Kommentar
Gute PR (Public Relations) ist heute wichtiger denn je. Wenn Sie mit den Journalisten gut auskommen wollen, müssen Sie auf ein paar wesentliche Dinge Rücksicht nehmen. Abgesehen vom Inhalt Ihrer Pressemitteilung (dazu gibt es gesonderte Artikel) gilt es, den Journalisten als Mensch zu sehen, seinen Nutzen zu ergründen und ihm so Ihr Anliegen etwas schmackhafter zu machen.
Journalisten haben keine Zeit
Grundsätzlich regiert der Termindruck in den Medien. Nachrichten, die Ware also, sind kurzlebig. Schnelles Reagieren entscheidet, wer die Leser/Zuseher hat. Bedenken Sie das, wenn Sie eine Pressemitteilung versenden. Da sitzt ein Journalist an seinem Schreibtisch, hat wenig Zeit und soll ungefähr 100 Pressemitteilungen sichten, die auf ihn warten. Da bleiben in der Regel kaum fünf Sekunden für jeden einzelnen PR-Bericht. Dann sind 90% davon in der Rundablage gelandet. Die restlichen 10 werden eines näheren Blickes gewürdigt. Kaum eine halbe Stunde hat jeder Reakteur täglich für diese Arbeit. Und übrig bleiben sollen drei bis vier wirklich interessante, wichtige Nachrichten - die er dann auch verarbeitet.
Stehlen Sie ihm daher nicht auch noch wertvolle Zeit mit telefonsichen Anfragen wie “Haben Sie meinen PR-Bericht erhalten? Wie finden Sie ihn?” oder “Ich möchte Ihnen einen PR-Bericht senden. Wie soll ich ihn am besten formulieren?” Nehmen Sie lieber per Email mit dem Medium, der Redaktion, Kontakt auf. So können Sie auf elegantem Weg in Erfahrung bringen, welcher Redakteur für das Thema Ihres PR-Berichtes zuständig ist, wann Redaktionsschluss z.B. für ein Sonderthema ist oder ob Sie sogar selbst ein (allgemein interessantes und aktuelles) Thema vorschlagen können.
Journalisten sind unabhängig und lieben die Pressefreiheit
Rechnen Sie immer damit, dass der Redakteur zwar Ihr Thema aufgreift, es aber anders verarbeitet als Sie sich das vorgestellt haben. Journalisten werden schon oft genug durch den Druck von oben in der Redaktion selbst eingeschränkt und reagieren daher ziemlich sensibel, wenn Sie als Aussenstehender auch noch versuchen, Druck auszuüben. Kommentare wie “ich schalte oft genug Anzeigen bei Ihnen - also drucken Sie das einfach mal kostenlos” oder “ich kenne Ihren Chefredakteur gut - muss ich wirklich erst mit ihm reden?” erzeugen nur Abneigung. Schlucken Sie solche Emotionen - gehen Sie auf den Redakteur zu wie auf einen Kunden. Nur wenn ihm sein eigener Nutzen aus Ihrem Vorhaben deutlich wird und er Gefallen am Thema findet, dann haben Sie wirkliche Chancen.
unterstützen Sie die Recherche
Folgendes Szenarion: Heute morgen bekommt ein Redakteur ein Thema auf den Tisch und hat genau zehn Tage Zeit, das aufzubereiten. Seine ersten Schritte werden sein, sich im Internet über dieses Thema zu informieren. Bieten Sie also optimalerweise auf Ihrer Webseite gute Informationen und eine deutliche Kontaktmöglichkeit. Wenn nun Ihre Webseite auch suchmaschinenoptimiert ist und daher bei Suchergebnissen vorne mitmischen kann, dann werden Sie gefunden und der Redakteur nimmt sogar von sich aus Kontakt mit Ihnen auf.
Kurz und gut:
Der Redakteur ist ein Mensch aus Fleisch und Blut - und Sie wollen etwas von ihm. Also handeln Sie dementsprechend![]()
Ein Profi-Kurs auf
Immer aggressiver und ausgefallener wird die Werbelandschaft. Es sind ausgesprochen gute Ideen dabei - leider aber auch sehr viel Schrott. Doch, das ist meine Meinung. Auch wenn einges davon sogar von sehr teuren Marketing.-Agenturen geboren wurde. Nicht alles, was teuer ist, muss gut sein.
Eine gute Pressemitteilung kommt guter Werbung gleich, ist im Grunde die beste Werbung. Und genauso wie Werbung muss sich eine Pressemitteilung aber an bestimmte Richtlinien halten, um erfolgreich zu sein.