Gestern drang sogar bis zu mir durch, dass es ein “Second Life” gibt - und das nicht aus Richtung derer, die an Wiedergeburten glauben….

Gleich mal ein Outing: ich selbst bin ein hoffnungsloser Gamer - Siedler, Anno 1602, Pharao, der DaVinciCode, Myst&Co und noch eine Menge anderer PC-Spiele haben mich schon jahrelang in ihren Bann gezogen.

Als ich daher gestern von Second Life erfuhr, wunderte es mich ein wenig, dass das Game bereits drei Jahre alt ist und ich bisher noch nicht drübergestolpert war. Also nichts wie hin und ein wenig bei Google gestöbert…..

Was ich gefunden habe, befreit mich von jeglicher Motivation, das auszuprobieren.

Im akademischen Diskurs über Video- und Computerspiele, der so genannten Ludologie, unterscheidet man gerne zwischen dem regelgeleiteten Spiel (game) und dem freien, kreativen Spiel (play). „Second Life“ ähnelt eher kindlichen Imitations- und Improvisations-Experimenten, denn einem Wettkampf. Folgt man aber Johan Huizinga, der in seinem Klassiker „Homo Ludens“ das Spiel dadurch definierte, dass es von der Wirklichkeit abgekoppelt sei, dann ist „Second Life“ sicherlich kein Spiel - jedenfalls bald nicht mehr.

schreibt z.B. die Süddeutsche in einem recht interessanten Artikel über diese Parallel-Realität.

Wenn man sich ansieht, wer dort mitmischen will und es ja auch schon tut, dann verliert jeder echte Gamer sein Interesse. Die Player allerdings scheinen gerade erst munter zu werden - einige der “Big Player” sind ja bereits sehr aktiv in ihrem zweiten Leben.

Da stellt sich mir die Frage:
Wie ausgereizt muss das erste Leben einiger schon sein, wenn sie auf ein paralleles umsteigen müssen?