Oktober 2007


Der letzte Teil meiner Artikelreihe zum Thema Businessplan - und für viele vermutlich der schwierigste. Gilt es hier doch in erster Linie, sich nicht selbst in die Tasche zu lügen.

Zukunftsprognosen:
Nun ist der Zeitpunkt gekommen, sich eine Kristallkugel zu kaufen. Werden viele denken. Und mindestens genauso viele fangen an zu träumen - traäumen von grossen Zielen, enormen Umsätzen, rasanter Entwicklung.
Halt!

Jetzt ist es Zeit, sich nüchtern mit der Zukunft zu beschäftigen. Realistische Entwicklung ist gefragt. Zuwachsraten, die auch machbar sind. Übersehen Sie beispielsweise dabei nicht, wenn Sie alleine sind, hat Ihr Tag nur 24 Stunden. Wenn Sie nun Umsätze erreichen wollen, die umgelegt auf Mann-Stunden einen 36 Stunden-Tag an acht Tagen in der Woche benötogen würden - dann kann etwas mit Ihrer Prognose nicht stimmen! Oder Sie müssen - um das gesetzte Ziel zu erreichen - Mitarbeiter einstellen. Damit steigen aber gleichzeitig die Kosten auf der anderen Seite!

Nein, ich kann Ihnen jetzt keine Patentlösung präsentieren, mit der Sie am Boden der Tatsachen bleiben können. Denn die Entwicklung Ihres neu gegründeten Unternehmens hängt von sehr vielen Faktoren ab. Das lässt sich nicht in eine einzige Rechenformel pressen. Sie finden “Ihre” Prognose am besten dadurch, indem Sie (wieder mal) in die Haut Ihres potentiellen Kunden schlüpfen.

Was muss sein, damit Ihre ersten Kunden wieder kommen? Und vielleicht noch neue Kunden mitbringen? Sie weiterempfehlen? Für Sie Werbung machen?
Können Sie diese Voraussetzungen erfüllen?
Wieviele Kunden erwarten Sie zu Anfang?
Wie gefragt ist Ihr Produkt, Ihre Dienstleistung? Massenmarkt oder Nische?
Welchen Standort haben Sie gewählt?
Können Sie finanziell gesehen das erste Halbjahr im Ernstfall auch ohne Gewinne überlegen (Eigenkaital)?

Das sind nur die Fragen, die mir jetzt spontan einfallen. Es gibt noch eine ganze Menge mehr davon - abhängig von Ihnen, Ihrer Idee, Ihrem Produkt, Ihrer Dienstlesitung, Ihrem Markt.

Bleiben Sie stark.
Viel Glück (denn auch das gehört am Rande dazu) und natürlich maximalen Erfolg mit Ihrem Projekt!
;-)

Fragt mich doch kürzlich ein Kollege: “Machst Du auch ERP?” Hmm, und was musste ich antworten?

Ehrlich gesagt: Ja. Natürlich. Denn ERP ist wieder mal eine dieser neudeutschen tollen Beratungsrichtungs-Bezeichnungen, die man vorher zwar nicht hatte. Deren Inhalte man aber genauso gut auf “alt-deutsch” machen kann.

Enterprise Ressource Planning bedeutet zu gut deutsch nichts anderes als die Planung des Einsatzes der vorhandenen Ressourcen in einem Unternehmen. Also im Grunde Unternehmensorganisation. Zumindest ein Teil davon.

Selbstverständlich ist es nötig (war es schon immer), alle verfügbaren Mittel (Ressourcen klingt doch gleich viel moderner…) auszuloten, die einem Unternehmen zur Verfügung stehen. Dazu gehört auch vorhandene Software und deren praktischer Einsatz. In Kleinbetrieben, in denen ich beratend tätig bin, weiche ich am liebsten auf Open Source Software aus - da lizenzfrei. Und sehr oft sogar stabiler.

Jetzt frage ich mich natürlich:
Soll ich auf den nächsten Visitenkarten “ERP-Consulting” draufschreiben?
Oder bleib ich bei “Unternehmensorganisation”?
:-D

Endlich hab ich den ultimativen Status erreicht und bin auch in die Reihe derer aufgenommen worden, die keine Homepage haben :-D

http://joanna.hat-gar-keine-homepage.de/

Mann, bin ich froh…..

Wie oft habe ich selbst schon von den Gebrüdern Schmidtlein geschrieben? Ich möchte für jeden Beitrag, der zu diesem Thema im Internet steht, nur einen einzigen läppischen Cent haben - ich glaub, dann könnte ich schon wieder auf Urlaub fahren….

Eben auf den Seiten der Arbeiterkammer Vorarlberg gefunden:

Abzocke im Internet: 5000 Geschädigte

Allein 5.000 !! in Vorarlberg - die Dunkelziffer noch höher. Wieviele werden es wohl insgesamt sein, die auf diese Masche hereingefallen sind? Unser Konsumentenschutz zeigt sich in der Sache gottseidank recht rührig und rät strikt davon ab, zu zahlen.

Diesmal ist es der Herold selbst, der die Warnung ausschickt. Eine Firma mit dem Namen Yellow Pages ist dabei, im Windschatten des Herold Geld zu machen. Natürlich ist die entsprechende Webseite so gut wie leer - nur eins der open source Scripte installiert, aber so gut wie keine Inhalte hinterlegt. Das Impressum besteht lapidar aus

Impressum:

Firma
Yellow Pages

Url: http://www.yellow-pages24.at
E-mail:info@yellow-pages24.at

Aber pikanterweise gibt es eine Seite dort, die speziell auf betrügerische Angebote eingeht und den Leser auffordert, sich bei Frau Sandra P. zu melden, die dem Geschädigten weiterhelfen will. Das Unternehmen will wirklich nur das Beste - Ihre Geld…. ;-)

Hier der Originaltext der Warnung, die Herold ausschickt:

Aus gegebenem Anlass wollen wir Sie heute vor einem Anbieter warnen, der derzeit sogenannte “Werbeverträge” für eine Insertion in “DIE GELBEN SEITEN - THE YELLOW PAGES” bzw. www.yellow-pages24.at versendet. Einige dieser Zusendungen enthalten Inserate, die ohne unsere Zustimmung aus HEROLDŽs Gelben Seiten kopiert wurden. Es könnte damit bei Ihnen der Eindruck entstehen, dass es sich hierbei lediglich um die Verlängerung einer bereits bestehenden Einschaltung handelt.

Wenn Sie diesen sogenannten “Werbevertrag” unterzeichnen, binden Sie sich für ein Jahr mit zwei kostenpflichtigen Schaltungen. Der Vertrag verlängert sich automatisch um ein Jahr, wenn Sie diesen nicht drei Monate vor Ablauf schriftlich kündigen. Allerdings stehen Sie bei der Kündigung vor einer ziemlichen Hürde: Firmenname und Firmensitz gehen aus der Aussendung nämlich nicht hervor.

Mit HEROLD`s Gelben Seiten oder HEROLD.at, dem meistgenutzten Nachschlagewerk Österreichs für die Suche nach Rufnummern, Adressen, Produkten und Dienstleistungen, hat das alles nichts zu tun. Im Gegensatz zu HEROLD.at ist die Internetsite www.yellow-pages24.at völlig nutzlos. Trotz hartnäckiger Suche konnten wir keinerlei Einträge finden.

HEROLD prüft derzeit rechtliche Schritte. Bis diese greifen, empfehle ich Ihnen, beim Empfang von Verträgen, Auftragsformularen, Angeboten und Zahlscheinen für Werbeeintragungen ganz genau zu prüfen, für welche Leistung Sie zur Kasse gebeten werden.

Wenn Sie weitere Fragen haben, steht Ihnen gerne unser Kundenservice unter kundenservice@herold.at bzw. Tel. 02236/401-133 zur Verfügung.

Freundliche Grüße aus Mödling

Thomas Friess
Geschäftsführer

Kundennutzen:

Die Kernfrage: Was hat der Kunde davon, wenn er gerade Ihnen Geld gibt für Ihre Produkte, Ihre Dienstleistungen?

Dabei stellen Sie sich am besten auf die andere Seite - auf die Ihres Kunden nämlich. Vergessen Sie Ihren Enthusiasmus und beurteilen Sie nüchtern, was Ihr zukünftiger Kunde von Ihren Waren oder Dienstleistungen profitieren wird. Am besten ziehen Sie dabei Freunde zu Rate, die Ihnen ehrlich ihre Meinung sagen. Lassen Sie Ihre Angebote und Dienstleistungen gnadenlos beurteilen! Hier muss zerpflügt werden, was nicht klar und eindeutig ist. Denn wenn Sie das nicht vorher tun - Ihre Kunden werden es in der Praxis ganz sicher tun! Dann kann es aber schon zu spät sein.

Nein, es hilft Ihnen nicht, wenn Sie der Meinung sind: “ich verkaufe alles”. Natürlich heisst es landläufig, dass ein guter Verkäufer einem Eskimo einen Kühlschrank verkauft. ;-) Aber sogar da muss der Verkäufer wohl erkannt haben, dass der Eskimo durch den Kühlschrank den gewaltigen Vorteeil hat, dass die Lebensmittel nicht mehr steif gefroren sind, sondern “nur” gut gekühlt.

Denken Sie über Ihren Tellerrand hinaus! Sie wollen das Produkt, die Dienstleistung verkaufen. Natürlich! Aber warum sollte jemand Ihnen dafür Geld geben? Nur weil Sie das wollen? Wohl kaum. Sondern weil dieser Jemand für sich einen Nutzen darin sieht und ihm dieser Nutzen das zu zahlende Geld wert ist. Das zu ergründen, ist oft nicht einfach - aber ein unbedingtes Muss.

Kennen Sie die gelben Wesen? Die mit den hohen Köpfen? Die aussehen wie Emmentaler ohne Löcher? Nein, nicht Sponge Bob. Aber nahe dran…… Ja, klar - die Simpsons. Welche Mutter, welcher Vater kennt sie nicht? Pfui - Sie reden nie mit Ihrem Kind und setzen sich auch keine einzige Minute mit ihm zu einem Film im Fernsehen! ;-)

Na ja, und da gibt’s jetzt eine Seite im Web, auf der man sich selbst “simpsonizen” lassen kann. Nein, man hat dann nicht plötzlich eine andere Meinung über Bart&Co - man sieht so aus wie sie. Hab’s eben probiert - eigenes Foto raufladen, auf den “simpsonize me” Knopf drücken und das Ergebnis mitnehmen. :-D Sofern nicht grad die Seite hoffnungslos überlastet ist - wie bei mir seit einer halben Stunde…. Ich werde mein neues Foto nachreichen, versprochen!

Auch probieren? Viel Spass!

Gefunden hab ich das bei Markus Wager - danke Dir!

update 7.10.2007 / 22:30

hmmm, jetzt habe ich mal diese gelbe Angelegenheit ein wenig weiter zurück verfolgt. Und bin hier gelandet - am Font.Blog, wo man ein wenig mehr über den Hintergrund dieser Seite erfährt und vor allem auch ein paar dieser Meisterwerke bewundern kann. Denn mir ist es bis jetzt nicht gelungen.

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