Da ich von Natur aus ein Zahlenmensch bin, glaube ich grundsätzlich nur, was ich sehen, berechnen, nachweisen kann. Daher war bis vor einiger Zeit das breite Gebiet der Kinesiologie wenig interessant.

Kinesiologen behaupten, ihre Methode sei auf altes überliefertes Wissen verschiedener Kulturkreise zurückzuführen, das von dem amerikanischen Chiropraktiker George Goodheart Mitte des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt worden sei. Er versuchte diese Erkenntnisse zu systematisieren und machte sie als „Angewandte Kinesiologie“ zu einem Teilgebiet der heutigen Esoterik. Goodheart wollte in seiner chiropraktischen Arbeit zufällig beobachtet haben, dass die Funktionsweise bestimmter Muskeln scheinbar bestimmte körperliche und/oder seelische Vorgänge widerspiegeln solle.

Das findet man in wikipedia dazu. Und weiters auch, dass alle Formen der Kinesiologie den Pseudowissenschaften zuzuordnen sind und in Richtung der Esotherik eingeordnet werden.

Klingt für Leute wie mich ja nicht besonders vertrauenserweckend. Oder sollte ich eher sagen “klang bisher”?

Denn mehr oder weniger zufällig geriet ich vor etwa einem Jahr in einen Elternkurs, in dem häusliche Probleme auch mittels Methoden der Kinesiologie angegangen wurden. Einiges davon konnte ich gut gebrauchen. Und obwohl ich nicht daran “glaubte”, es half.

Aktuell war es ein tobender Zahn und ein Termin beim Zahnarzt erst in drei Tagen. Ich nehme ungern Pillen, war aber soweit, jeden (wirklich jeden) Tipp umzusetzen, um die Schmerzen einzudämmen. Also rief ich eine gute Freundin an, die auf Basis der Kinesiologie sehr viele positive Dinge bei verhaltensauffälligen Kindern zuwege bringt. Und fragte um Rat, wie ich meinen Zahn etwas bändigen könne. Auch diesmal kamen Ratschläge, die in der Praxis Wirkung zeigten.

Inzwischen weiss ich ein kleines bisschen mehr über Kinesiologie allgemein. Auch wenn ich noch immer nicht zu den “echt Gläubigen” gehöre - ich respektiere inzwischen diesen Berufsstand. Natürlich - es gibt (wie in jedem Beruf) gute und weniger gute Vertreter dieser Branche. Vorsicht bei der Auswahl der Person ist sicher nützlich. Da hilft auf jeden Fall, Kontakt mit Menschen aufzunehmen, die bereits Klienten waren oder noch sind. Sich auf (ehrliche) Erfahrungswerte anderer stützen zu können, zählt für mich zumindest mehr als alles andere.

Danke, Birgit - ich habe dank Dir die drei Tage Zahnschmerzen relativ gut überstanden!
(und mich vermutlich noch nie in meinem Leben so gefreut, einen Zahnarzt zu sehen)
:-)