Oktober 2007
Monats-Archiv
So 28 Okt 2007
Schon gehört? “Digitale Nachschau” nennen die Behörden das und meinen damit die Erlaubnis, in den Rechnern der Verdächtigen ermitteln zu können. Nein, nicht wie bisher nach einer Hausdurchsuchung durch Auslesen der Festplatte. Sondern schon vorher - durch gezieltes Einsetzen eines sogenannten “Bundestrojaners”.
Innenminister Günther Platter hat sich vor einigen Tagen bei den Österreichischen Sicherheitstagen des Kuratoriums Sicheres Österreich (KSÖ) im Salzburger Leogang erneut für die Online-Fahndung stark gemacht. Von einem “Muss, dass ich der Exekutive die Möglichkeit gebe, Online-Fahndung zu betreiben”, sprach der Ressortchef. “Wer das nicht sieht, nimmt Sicherheitspolitik nicht ernst oder kennt sich nicht aus.”
Der Innenminister sprach von “wenigen ausgesuchten Fällen”, in denen der Bundestrojaner eingesetzt werde. Das betrifft Fälle, die mit einer Strafe von mehr als zehn Jahren bedroht sind, weiters Mitglieder einer terroristischen Vereinigung oder einer kriminellen Organisation. Die Maßnahme richtet sich auch gegen gewerbsmäßige Vertreiber von Kinderpornografie. Inkludiert sind weiters Vorbereitungshandlungen zu schweren Straftaten. Angeordnet wird die Online-Fahndung nach den Vorstellungen der Regierungsparteien von einem Staatsanwalt, der sie aber von einem Gericht genehmígen lassen muss.
[Quelle: www.apa.at]
Die Angst vor einer flächendeckenden Überwachung ist unbegründet, denn in Betriebsgeheimnissen wird nicht geschnüffelt. Heisst es auf jeden Fall. Auch die Angst der Bevölkerung vor einer flächendeckenden Überwachung sei unbegründet. Wenn die Polizei Zugang zu den Daten möchte, dann macht sie das gezielt abgestimmt auf den vermeintlichen Täter, schreibt das Wirtschaftsblatt vor einigen Tagen.
Ich persönlich verstehe durchaus die Notwendigkeit für diese Massnahmen. Aber mir ist auch bewusst, dass derartige Möglichkeiten in den falschen Händen sehr viel Unheil anrichten können. Als positiv denkender Mensch will ich mal an den Rechtsstaat Österreich glauben…..
Sa 27 Okt 2007
Seit gestern höre ich an jeder Ecke im WWW lautes Geschrei. Gejammert wird da, von Frechheit geredet und düstere Prognosen an die Wand gemalt. Bei manchem dieser Jammerer bekommt man fast das Gefühl, dass der Strick schon wartet…..
Und das alles,weil Google mal wieder seinen Pagerank updatet. Und dabei einige runter stuft, die in den letzten Monaten mit allen möglichen Tricks versucht haben, den Pagerank rauf zu pushen. Links wurden gekauft, ganze Linklisten haben z.T. recht brauchbare Unternehmenswebseiten entstellt, viel Geld hat den Besitzer gewechselt auf Grund toller Versprechungen einiger Suchmaschinen-Optimierer.
was Webbix dazu sagt, lesen Sie am besten selbst
Ich habe auf allen meinen eigenen Webseiten keine grundlegende Veränderung bemerkt. Der PR ist maximal dort gesunken, wo ich seit langem nicht mehr aktualisiert habe. Und das war ja zu erwarten, so etwas überrascht mich nicht. Er ist aber auch dort gestiegen, wo ich es erwartet hatte. Also alles in allem für mich keine Überraschungen.
Übrigens:
der nächste Kommentar auf diesem Weblog ist der 1.000ste
Fr 26 Okt 2007
Geschrieben von ijb in Kategorie
TagesgeschehenNoch kein Kommentar
Heute ist ja unser Staatsfeiertag - der “Tag der Fahne”, an dem Kinder jedes Jahr die rot-weiss-rote Fahne basteln.
Und als kleinen Tribut daran, dass auch ich gern Österreicherin bin, heut mal ein Musikvideo. Und zwar das von unserer geheimen Bundeshymne:
Austria 3 mit “I am from Austria”
schönen Feiertag allen Österreichern - egal wo sie sich grad in der Welt herum treiben
Do 25 Okt 2007
Geschrieben von ijb in Kategorie
RechnungswesenNoch kein Kommentar
Ja,kein Schreibfehler! Zwei komma Eins Milliarden Euro forderte Finanzamt München von einer Kioskbesitzin!
Wie es dazu kam und wie fatal die Sache ausging:
Natürlich war diese Forderung ein Fehler der Behörde, aber mit einem einfachen Telefonat, so wie sich das die Kioskbesitzerin vorgestellt hatte, ließ sich das Problem nicht aus der Welt schaffen. Schriftlicher Einspruch wurde gefordert. Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder mit einem kleinen Telefonat ganze Steuerbescheide ändern könnte……
Also schaltete die Münchnerin einen Steuerberater ein, der einen Einspruch formulierte. Die Steuerlast reduzierte sich daraufhin prompt auf etwas mehr als 100 (einhundert) Euro. Damit sollte die Angelegenheit eigentlich erledigt sein. Dachte zumindest die betroffene Kioskbesitzerin.
Der Steuerberater, der den Einspruch formuliert hatte, sah eine gute Gelegenheit, einmal etwas mehr zu verdienen. Laut der in Deutschland immer noch geltenden gesetzlichen Streitwert-Gebührentabelle stellte er also 2,5 Millionen Euro an Honorar in Rechnung. Die seiner Meinung nach das Finanzamt zu zahlen hätte. Ahnlich wie bei unseren Anwälten wird das Honorar bei dieser Tabelle abhängig gemacht von der Summe, um die gestritten wird. Rechtlich korrekt, keine Frage.
Also mussten zwei Rechtsanwälte hinzugezogen werden, die vor Gericht zogen. Monatelanger Rechtsstreit. Kein tolles Honorar - weder für den Steuerbeerater noch für die Anwälte. Der Freistaat Bayern als Verantwortlicher für das Münchner Finanzamt hat nun einem Vergleich zugestimmt und zahlt neben den Prozesskosten als symbolische Buße 15.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung.
Was bin ich froh, dass heuer im Sommer jedwede Honorarrichtlinie, die an Umsätze, Streitwerte etc. gekoppelt war, in Österreich widerrufen wurde! In unseren Honorarrichtlinien heisst es lediglich:
Das Honorar mit dem Klienten ist individuell zu vereinbaren. Gemäß den am 31.08.2007 geänderten Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftstreuhandberufe (AAB 2007), Punkt 13., 22. und 28, schuldet der Mandant gemäß § 1004 und § 1152 ABGB dem Berufsberechtigten eine angemessene Entlohnung. Preiskalkulationen sind daher nunmehr ausschließlich auf interne Kalkulationen abzustellen.
Mi 24 Okt 2007
Während bei uns in Österreich die Pflichtmitgliedschaft in einer der Kammer (Wirtschaftskammer für Gewerbetreibende, Arbeiterkammer für Arbeitnehmer) schon lange eine Selbstverständlichkeit ist, gehen in Deutschland die Wogen hoch bei dieser Zwangsverpflichtung.
Die Kammerjäger sind unterwegs - schreibt das Wirtschaftsblatt am Montag in einem Artikel. Und die Kammerverweigerer aktiver denn je. Am 3.November wollen deutsche Unternehmen vor dem Hauptquartier der Industrie- und Handelskammer Stuttgart demonstrieren.
Ehrlich gesagt kann ich mir derartige emotionen in Österreich schwer vorstellen. Ja, natürlich sind auch wir nicht alle entzückt ob dieser Zwangsmitgliedschaft. Aber die meisten Österreicher verbringen weniger Zeit damit, dagegen zu demonstrieren, als damit, sich aus dieser Situation die eigenen Vorteile zu sichern. Denn eins kann ich selbst aus jahrelanger eigener Erfahrung ebstätigen: man zahlt ja nicht für “Nichts”. Es wird schon Leistung gebracht im Gegenzug. Die mus allerdings abgeholt werden. Nachgetragen wird sie auch uns nicht…..
Di 23 Okt 2007
Kennen Sie den Spruch? Ja? Und flattern sie bei Ihnen noch? Nein? Schade….. weil das nämlich ein Gefühl ist, das nicht nur im Privatleben wichtig ist. Warum ich gerade auf dieses Thema komme? Vielleicht, weil ich eben den Film “Glauben ist alles” mit Ben Stiller, Jenna Elfman und Edward Norton gesehen habe?
Habe ich schon erwähnt, dass ich ein absoluter Zahlenmensch bin? Ja, wahrscheinlich schon öfter.;-) Ich liebe meine Zahlen, das Arbeiten damit. Sie sind lebendig für mich und erzählen mir so manche spannende Geschichte. Und über all dieser Lebendigkeit habe ich vergessen, wie spannend das Leben auch ohne Zahlen sein kann. Ich mache grade wieder die ersten vorsichtigen Schritte……
Heuer im Sommer war ich ja nach langer Zeit wieder einmal auf Urlaub. Auf Rhodos, bei einer lieben Freundin zu Besuch (hallo Tina!) und unter anderem auch im Tal der Schmetterlinge bei Petaloudes. Und dort sind eine Menge Schmetterlinge geflattert! Das Wunderbare daran: so unscheinbar sie auf dem Foto aussehen mögen - wenn sie die Flügel öffnen, zeigen sie ein herrliches warmes lebendiges Rot.
Der ursprünglich, in Kleinasien beheimatete orientalische Ambermbaum (Storax), der im Tal der Schmetterlinge auf Rhodos wächst und dessen Harz einen speziellen Duft absondert (riecht etwas nach Vanille), zieht die Schmetterlinge an, und animiert sie sich dort fortzupflanzen. Die Schmetterlinge schlüpfen im Frühling aus ihren Puppen und verbringen den Sommer im Tal, einem in Europa, einzigartigen Biotop.
Wussten Sie, dass ein Schmetterling nur sehr kurzlebig ist? Nur einen Sommer lang flattert er. Dann ist seine Zeit vorbei. Jedes Jahr wieder ist es ein neuer Durchgang im Kreislauf des Lebens. Und ich sehe darin eine erstaunliche Paralelle zu uns Menschen. Der Spruch “Schmetterlinge im Bauch” kommt nicht von ungefähr.
Ein herrliches Gefühl, motivierend, energiespendend, absolut positiv - aber nur kurz. Keine Macht der Welt kann es lang halten. Wenn wir nicht daran arbeiten, dass der Kreislauf sich schliessen kann - also quasi für eine Erneuerung sorgen - dann ist es weg. Fort, verschwunden. Ob das jetzt ein Familienmitglied, ein Lebensabschnittspartner, ein Kollege, Freund oder sogar ein Kunde ist - wenn wir es nicht schaffen, positive Gefühle zu erneuern, ist die Chance vorbei. Halten funktioniert nicht - erneuern ist wichtig.
Sa 20 Okt 2007
Da ich von Natur aus ein Zahlenmensch bin, glaube ich grundsätzlich nur, was ich sehen, berechnen, nachweisen kann. Daher war bis vor einiger Zeit das breite Gebiet der Kinesiologie wenig interessant.
Kinesiologen behaupten, ihre Methode sei auf altes überliefertes Wissen verschiedener Kulturkreise zurückzuführen, das von dem amerikanischen Chiropraktiker George Goodheart Mitte des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt worden sei. Er versuchte diese Erkenntnisse zu systematisieren und machte sie als „Angewandte Kinesiologie“ zu einem Teilgebiet der heutigen Esoterik. Goodheart wollte in seiner chiropraktischen Arbeit zufällig beobachtet haben, dass die Funktionsweise bestimmter Muskeln scheinbar bestimmte körperliche und/oder seelische Vorgänge widerspiegeln solle.
Das findet man in wikipedia dazu. Und weiters auch, dass alle Formen der Kinesiologie den Pseudowissenschaften zuzuordnen sind und in Richtung der Esotherik eingeordnet werden.
Klingt für Leute wie mich ja nicht besonders vertrauenserweckend. Oder sollte ich eher sagen “klang bisher”?
Denn mehr oder weniger zufällig geriet ich vor etwa einem Jahr in einen Elternkurs, in dem häusliche Probleme auch mittels Methoden der Kinesiologie angegangen wurden. Einiges davon konnte ich gut gebrauchen. Und obwohl ich nicht daran “glaubte”, es half.
Aktuell war es ein tobender Zahn und ein Termin beim Zahnarzt erst in drei Tagen. Ich nehme ungern Pillen, war aber soweit, jeden (wirklich jeden) Tipp umzusetzen, um die Schmerzen einzudämmen. Also rief ich eine gute Freundin an, die auf Basis der Kinesiologie sehr viele positive Dinge bei verhaltensauffälligen Kindern zuwege bringt. Und fragte um Rat, wie ich meinen Zahn etwas bändigen könne. Auch diesmal kamen Ratschläge, die in der Praxis Wirkung zeigten.
Inzwischen weiss ich ein kleines bisschen mehr über Kinesiologie allgemein. Auch wenn ich noch immer nicht zu den “echt Gläubigen” gehöre - ich respektiere inzwischen diesen Berufsstand. Natürlich - es gibt (wie in jedem Beruf) gute und weniger gute Vertreter dieser Branche. Vorsicht bei der Auswahl der Person ist sicher nützlich. Da hilft auf jeden Fall, Kontakt mit Menschen aufzunehmen, die bereits Klienten waren oder noch sind. Sich auf (ehrliche) Erfahrungswerte anderer stützen zu können, zählt für mich zumindest mehr als alles andere.
Danke, Birgit - ich habe dank Dir die drei Tage Zahnschmerzen relativ gut überstanden!
(und mich vermutlich noch nie in meinem Leben so gefreut, einen Zahnarzt zu sehen)
:-)
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