Dr.Christoph Leitl begrüßt “Abfertigung neu” auch für Selbständige: Regierung verbessert soziale Absicherung - soziale Diskriminierung von Wirtschaftstreibenden beendet
“Mit dem Beschluss der Koalition, eine “Abfertigung Neu” auch für Selbständige einzuführen, wurde bei der Regierungsklausur in Eisenstadt endlich eine massive Diskriminierung der Unternehmer gegenüber den unselbständig Beschäftigten beseitigt. Das lange Drängen der Wirtschaftskammer auf eine Zukunftsvorsorge auch für Selbständige hat nun zum Erfolg geführt und verbessert erheblich die soziale Absicherung auch der Wirtschaftstreibenden.”
Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, begrüßt, dass die Bundesregierung die entsprechenden Vorschläge der Sozialpartner positiv aufgenommen hat: “Mit der Senkung der Krankenversicherungsbeiträge in der gewerblichen Sozialversicherung im Sinn einer allgemeinen Beitragsharmonisierung ergibt sich ein Potential von rund 90 Millionen Euro im Jahr für eine zusätzliche Pensionsvorsorge der Unternehmer. Das ist auch deshalb wichtig, weil immer mehr Erwerbstätige zwischen einer selbständigen Tätigkeit und einer unselbständigen Beschäftigung wechseln. Sie können ihre Ansprüche in Zukunft nach dem Rucksackprinzip mitnehmen und damit ebenfalls auf eine zweite Pensionssäule mit regelmäßigen Beitragszahlungen bauen.”
Als weitere Benachteiligung der Selbständigen will Leitl die steuerliche Diskriminierung der Selbständigen in Bezug auf das 13. und 14. Gehalt bei Arbeitnehmern abbauen: “Ich verlange bei der kommenden Steuerreform die steuerliche Begünstigung des Jahressechstels bei den Wirtschaftstreibenden analog zur steuerlichen Begünstigung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld bei den Unselbständigen. Damit hätten wir de facto in Österreich einen Spitzensteuersatz in der Lohn- und Einkommenssteuer von rund 43 Prozent. Derzeit sind die Selbständigen die einzigen, die 50 Prozent Einkommenssteuer berappen müssen. Das ist ungerecht und gehört abgeschafft. Da werden wir nicht locker lassen.” Der Wirtschaftskammer-Präsident sieht sich in seiner Forderung auch durch den diesjährigen OECD-Bericht bestätigt. Auch dort wird die steuerliche Ungleichbehandlung von Selbständigen und Unselbständigen kritisiert.
Die von der Regierung beschlossene verpflichtende Vorschule für Kinder mit Sprachproblemen hält Leitl ebenso für einen wichtigen Schritt wie den geplanten Ausbau von Kindergartenplätzen: “Mit der Vorschule für Kinder, die sie brauchen, wird gewährleistet, dass es in den Volksschulen viel weniger Probleme geben wird, dem Unterricht zu folgen. Das ist auch für die spätere Berufslaufbahn von größter Bedeutung. Und andererseits wird mit einem besseren Betreuungsangebot die Vereinbarkeit von Beruf und Familie vor allem für Frauen verbessert.”
[Quelle: www.wko.at]