Juli 2007


Achtung vor dubiosen Postsendungen, in denen Ihnen eine Registereintragung für internationale Marken vorgespiegelt wird! “Wirtschaftszentrale für Industrie und Gewerbe AG” nennt sich der Absender….

…. und verlangt mit dem gleichen Schreiben bereits den Eintragungspreis von € 1.423,10. Nein, ich bin keine Minute drauf reingefallen - zu oft schon sind ähnliche Schreiben für Firmenregisterdatenbanken in letzter Zeit auf meinem Schreibtisch gelandet. Immer das gleiche Strickmuster - wie ein Formular aufgebaut, einige Daten bereits enthalten, das Wichtige als 7-Punkt-Schrift, damit man es nur mit einer Lupe lesen kann,

Erfrischend war zudem, dass eine Zahlungsfrist von 10 Tagen gegeben wurde, das Schriftstück aber kein Ausstellungsdatum hatte. Ja, ja - ich weiss - da kommt die Buchhalterin durch ;-) Ja, ich schau schon immer, ob denn die Belege, die ich in der Hand habe, überhaupt als Rechnung gelten können. Was unseren gesetzlichen Richtlinien nicht entspricht, wird auch nicht bezahlt.

Natürlich habe ich recherchiert und mal Google befragt, was denn so über diese Wirtschaftszentrale für Industrie und Gewerbe AG geschrieben wird im WWW. Und fand gleich unter den ersten Links eine Warnung des deutschen Patentamtes, in der auf eine Pressemitteilung aus dem Jahr 2004 !! verwiesen wird. Es wundert mich immer wieder, wie lange solche Umtriebe fröhlich getrieben werden können.

Und ehrlich gesagt wundert mich auch, dass immer wieder Leute darauf reinfallen…… :-(

Gestern in der Salzkammergut Internet Zeitung gefunden und mit Freude gelesen: Die A&M Schmidtlein GbR wurde vom Landgericht Darmstadt wegen intransparenter Preisgestaltung nun zu einer hohen Vertragsstrafe verurteilt. Die deutsche Wettbewerbszentrale hat weitere Unterlassungsklagen eingereicht. Auch in österreichiche Verbraucherschutzorganisationen, wie der Verein für Konsumenteninformation (VKI), gehen gegen Internet-Fallen vor.

Hier nochmal ein Link auf die Seiten des VKI (Verein für Konsumenteninformation):
Tipps für Geschädigte

Wobei die Strafe von 24.000 € für die aktiven Brüder sicher aus der Portokasse zu bezahlen ist. Aber es kommen ja noch Klagen nach und ich hoffe, dass die Summe sich vervielfachen wird.

Gegen vier weitere Unternehmen hat die Wettbewerbszentrale aufgrund ähnlicher Sachverhalte von intransparenter und irreführender Werbung Klage eingereicht:

Internet Service AG (Rotkreuz, Schweiz) (lebensprognose.com)
VitaActive Ltd., Großbritannien (lebenserwartung.de, iq-fight.de)
Genealogie Ltd., Großbritannien ( genealogie.de)
NETContent Ltd., Großbritannien (routenplaner-server.com, kochrezepte-server.com, grafik-archiv.com etc.).

Auch bei diesen Anbietern sei für den Nutzer nicht ohne Weiteres ersichtlich, dass es sich um kostenpflichtige Leistungen handle.

Unterlassungsklagen aus Österreich

In Österreich hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) im Auftrag des BMSK Unterlassungsklagen nach § 14 UWG (Irreführung), § 28a KSchG (Verstoß gegen Informationspflichten und Rücktrittsrechte im Fernabsatz) und § 28 KSchG (Verwendung unzulässiger AGB) gegen mehrere weitere Internetfirmen eingebracht, die mit “Gratis”-Angeboten warben, dann aber die Konsumenten mit Rechnungen für kostenpflichtige Dienstleistungen überraschten.


Betroffen sind hier:

Schmidtlein GbR(diverse Webseiten):
Verfahren des HG Wien, 39 Cg 61/06y - die Verhandlung wurde geschlossen, das Urteil ergeht schriftlich. Beanstandet wurde die Verwendung einer Reihe von gesetzwidrigen Vertragsklauseln.

Verimount(simsen.de; firstload.de):
die Firma hat eine Unterlassungserklärung abgegeben und sich damit verpflichtet, die Verwendung unzulässiger AGB zu unterlassen. Aufgrund von weiteren Verstößen wird die Vertragsstrafe nun eingeklagt.

Funquadrat GmbH (simsio.de):
positives Urteil vom 7.12.2006, 24 Cg 124/06k des LG Wr.Neustadt. Das Verfahren ist derzeit in der 2. Instanz anhängig. Beanstandet wurde irreführende Preiswerbung und die Verwendung gesetzwidriger Vertragsklauseln.

Opulentia EDV- Dienstleistungs GmbH, bzw deren Geschäftsführer (probenzauber.de, probenzauber.at):
Beanstandet wurden irreführende Werbung und die Verwendung unzulässiger AGB, in beiden Verfahren verpflichtete sich die Beklagte zur Unterlassung, die Opulentia GmbH befindet sich jedoch mittlerweile im Konkurs.

IS Internet Serive AG /vormals Xentria AG (testcars.de u.a.):
beanstandet wurde irreführende Werbung, das HG Wien erließ am 9.3.2007 ein Versäumungsurteil, gegen das die Beklagte allerdings Widerspruch erhob- das Verfahren ist anhängig. Gegen die IS Internet Service AG laufen in Frankfurt am Main strafrechtliche Ermittlungen, das Aktenzeichen bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt lautet:7580 Js 245179/06.

[Quelle: Europäisches Verbraucherzentrum Wien]

Hier auf diesem Blog habe ich ja schon mehrmals über derartige Praktiken geschrieben und kann nur hoffen, dass die Botschaft auch ankommt.
lehrstellen-heute.com, Gebrüder Schmidtlein
Gebürder Schmidtlein, die Zweite
Abzocke mit Lehrstellen
Achtung bei Online Branchenregister
Vordsicht vor EureCom.info
die Bescherdefällehäufen sich

…..und morgen erscheint ein Artikel über ähnliche Praktiken - diesmal geht es um Markenregisterdatenbanken.

Ja, Sie - genau Sie sind damit gemeint!

Sie sind doch auch einer von denen, die als Einzelkämpfer durch die Lande ziehen und trotzdem auf Ihrer Webseite in gehaltvollem “wir” erscheinen. Einer von denen, die mit vielen verbrämten Worten nie wirklich auf den Punkt kommen. Einer von denen, die meinen, “grösser” aussehen zu müssen, um im Business Erfolg zu haben.

Meinen Sie wirklich, dass das wirkt? Wie lange machen sie es schon? Und? - Na eben.

Vielleicht lesen Sie mal wieder hier einen alten Artikel von mir:
Der Name ist Programm

oder bei einer deutschen Kollegin, bei Monika Birkner:
Muss man sich verbiegen, um Aufträge zu bekommen?

Und dann - ja, dann stehen Sie doch einfach zu dem, was und wer Sie sind: ein Ein-Personen.Unternehmen. 50% der österreichischen Betriebe sind es. Das heisst doch, dass jeder zweite Unternehmer ein EPU ist. Dessen braucht sich keiner zu schämen. Ganz im Gegenteil!

Also nur Mut - dann klappts auch mit dem persönlichen Branding ;-)

Der Sicherheitsspezialist Avira hat auf eine neue Methode von Cyberkriminellen hingewiesen. Mit der neuen Masche namens Spear-Phishing gehen die Hacker seit kurzem in den USA erfolgreich auf Beutezug. Jüngst brachte ein erpresserischer Trojaner namhafte amerikanische Behörden und Konzerne in Bedrängnis. Die Schadprogramme werden an Mitarbeiter des zu attackierenden Unternehmens geschickt. Als Absender scheint ein Kollege auf, um das Opfer in Sicherheit zu wiegen.

“Die Zeiten, in denen Phishing- und andere Malware-Angriffe sich nur gegen die breite Anwendermasse richteten, sind vorbei. Bislang nutzten es die Bösewichte aus, dass sich Millionen an wahllos verschickten E-Mails mit einer ansprechenden Betreffzeile lohnen. Denn irgendjemand fühlt sich immer angesprochen und fällt auf den Betrug herein”, sagt Tjark Auerbach, Avira-Geschäftsführer. Beim Spear-Phishing hingegen handelt es sich um gezielte Attacken, die ganz speziell Geschäftsgeheimnisse, Kundendaten und andere sensible Informationen bestimmter Firmen, Institutionen oder Behörden ausspionieren, heißt es von Seiten Aviras.

Social Networking-Sites wie Face Book, Linked In, Xing und MySpace, auf denen private Informationen und gefragte Details gespeichert sind, machen es für die Kriminellen einfach, persönliche Daten über ihre Opfer zu sammeln. Damit können die Angriffe glaubhaft personalisiert werden.

Für mich wieder ein Grund mehr, nicht blind überall hin zu klicken, sondern wirklich mit Hirn zu lesen. Und vielleicht auch mal zum Telefon zu greifen, wenn Zweifel an der Echtheit einer Email auftauchen. Zumindest, wenn in dieser Email vertrauliche Daten von einem Kollegen, Freund, Mitarbeiter angefordert werden.

Beinahe zufällig drüber gestolpert bin ich gestern über diese Aktion in Kleinbloggersdorf. Und war beinahe beleidigt, dass man(n) nicht an mich dabei gedacht hatte….. :-D bis ich die Erwartungshaltung bemerkte, mit der Robert Lender diese Aktion gestartet hat.

Also da kann ich nicht mithalten, aber ich helfe gerne auf der Suche nach 60-, 70- oder gar 80-jährigen BloggerInnen und bin gespannt, wer es sein wird. Robert Lender hat bereits versprochen:

“Die/die Älteste erhält von mir eine Einladung ins Cafe Sacher (oder einem anderen Café in Wien) und natürlich einen Blogeintrag. Wer nicht nach Wien kommen kann, der/dem schicke ich eine Sachertorte/Imperialtorte/Hernalser Torte (freie Wahl) und ein Päckchen Kaffee/Tee :-)

Wo sind die Best Agers der Bloggerszene in Österreich? Meldet Euch! ;-)

Kaum zu glauben, aber wahr: ein Blinder hat eine Webseite erstellt, auf der er den Einsatz von Linux für Sehbehinderte und Blinde erklärt.

Verblüffend für mich dabei ist, dass diese Webseite für Sehende sehr gut aussieht! Klar, strukturiert, übersichtlich und angenehm zu bedienen - 100% barrierefrei! Davon wünsche ich mir mehr… ;-)

Der Einsatz von Computern und die immer vollständigere Vernetzung der Daten treibt recht lustige Blüten…..

Was da so alles passieren kann bzw. was ich in den letzten Wochen dabei erlebt habe, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

Fall 1: Telering
Die Nachbarin meiner Mutter ist am 4.1.2007 verstorben. Hatte einen Telering-Telefonanschluss. Und bis dahin auch einen eigenen Postkasten. Nach dem Begräbnis wurde die Wohnung von den Verwandten geräumt, die Schlüssel der Hausverwaltung übergeben., der Postkasten abmontiert. Trotzdem warf der Postbote immer wieder Post an die Verstorbene bei meiner Mutter ein. Die gab es an den Sohn der Verstorbenen weiter, solang er greifbar war. Bis halt wirklich alles erledigt war und niemand mehr vorbeikam. Dann schickte meine Mutter die Post retour mit dem Vermerk “verstorben”. Soweit so gut.
Neulich allerdings entging ihr beim Öffnen der Post, dass ein Kuvert nicht an sie adressiert war. Sie hat auch einen Telering-Anschluss. In einem Schreiben - wieder mal an die nun schon vor einem halben Jahr Verstorbene - drohte Telering mit dem Deaktivieren des Anschlusses und machte auf zusätzliche Kosten wegen Einschaltung eines Inkassodienstes aufmerksam. Höhe der Forderung: keine 40 Euro.
Ich war grad auf Besuch, konnte mich nicht zurückhalten und rief an (kostenlose Hotline). Es war eine Begegnung deranderen Art….. ;-) Am liebsten hätte die Damean der Hotline meinen Namen und meine Adresse gehabt, um mir die Rechnung zu schicken. Was ihr nicht gelang und sie sehr traurig und hilflos stimmte. Weil sie nämlich “die Kopie einer Sterbeurkunde braucht, damit der Computer ihr das Ausbuchen erlaubt”, erklärte sie mir.
Und wenn Telering nicht aufgekauft wird, mahnen sie noch in 100 Jahren eine Verstorbene……

Fall 2: GIS

Bin ja vor kurzem übersiedelt. Daher musste ich auch meine Rundfunk- und Fernseherlaubnis umschreiben lassen. Am Telefon alles bestens. “Ja, selbstverständlich, kein Problem.” Ich gab die neue Adresse durch und bat auch gleich, statt dem Namen meines Mannes nun meinen einzusetzen. “Ja, selbstverständlich. Kein Problem.” Ich war angenehm überrascht, dass das so einfach ging. Man soll ja bekanntlich den Tag nicht vor dem Abend loben…..
Denn Ende Mai war die neue REchnung für Juni/Juli noch an die alte Adresse gekommen. Ich schicke immer die Überweisungen sofort ab und datiere sie so, dass sie pünktlich durchgeführt werden. Mit eBanking ja kein Problem. Fälligkeit war der 11.6. und mit diesem Durchführungsdatum war die Überweisung schon zwei wochen vorher bei der Bank. Pünktlich am 1.Juni gab ich die Adressänderung durch. Am 6.Juli war bereits eine neue Rechnung bei mir mit einer völlig anderen Teilnehmernummer. Auf meine telefonsiche Anfrage hiess es: “Ja, das ging nicht anders, weil sich ja auch der (Vor)Name geändert hat. Der Computer kann das nicht anders.” Ich teilte mit, dass die Überweisung bereits unterwegs sei, allerdings ausgestellt auf die alte Teilnehmernummer. “Hmmm, das weiss ich nicht, ob das klappt. Der Computer weiss das ja nicht.” “Könnten nicht Sie vielleicht einen Vermerk an die Buchhaltung…..” “Nein, leider. Wissen Sie, am besten, Sie rufen in einer Woche nochmal an, wenn die Zahlung verbucht ist. Und klären das dann selbst.”
Brav wie ich bin, habe ich dann nochmal angerufen. Allerdings konnte die Zahlung nicht “gesehen” werden, weil derCompzter für abgeschlossene Teilnehmernummern keine Zahlung mehr annimmt. Man versprach, sich darum zu kümmern, wo das Geld sei - vermutlich in einer Warteschleife wegen Nichtzuordnung.
Letzten Montag dann kam eine Mahnung wegen Nichtzahlung der Gebühren - natürlich an meine neue Adresse. Diesmal griff ich zur Email - schriftlich ist immer besser. Gestern kam die Antwort per Email

“Vielen Dank für Ihr Mail. Gerne haben wir den Betrag umgebucht und den Säumniszuschlag ausgebucht.
Es gibt übrigens einen ganz einfachen Weg, Probleme mit Zahlungszielen zu vermeiden: Sie lassen die Gebühren bequem von Ihrem Konto abbuchen. Dann können Sie die Termine einfach vergessen und zahlen trotzdem immer pünktlich. Sie sparen Zeit, Wege und Kosten.”

Ob ich mir da sicher sein kann, dass mit einem Bankeinzug nicht doppelt abgebucht worden wäre? Aber das wäre für die GIS ja kein Problem, denn dann würde ich selbst meinem Geld nachlaufen - vermutlich bis ins nächste Jahrhundert hinein….. ;-)

Ich liebe Computer, arbeite gern und viel damit. Aber als Ausrede für meine eigene Unfähigkeit habe ich ihn bisher noch nicht benutzt. Oder sitzen tatsächlich an den Tasten der grossen Unternehmen nur mehr ungelernte Eingabekräfte, die wirklich nur eine Maske ausfllen können? Und bei allem, was ein wenig ausserhalb des Alltagtrotts liegt, nicht mehr weiter können?

“schöne neue Welt….”

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