September 2006
Monats-Archiv
Sa 16 Sep 2006
Auch der zweite Tag der internationalen Moodle-Konferenz 2006 war geprägt von regem Erfahrungsaustausch, technischen Tipps, Diskussionen und dem Kennenlernen anderer User und Administratoren.
Beginn meines persönlichen Programmes um 9:40 - also kein grosses Problem. Zeit genug, in Ruhe wieder nach Hagenberg zu fahren und noch einen Kaffee dort zu trinken. Dabei gleich die ersten Bekannten zu treffen - das Abendessen am Vortag hat ja bereits ein kleines Netzwerk entstehen lassen.
Nochmals ein kurzes Praxisseminar - edumoodle.at im Schuleinsatz. Für mich waren ein paar neue Dinge dabei, da ich mein System noch nicht upgegradet habe. Dann der wohl interessanteste Bereich - die Technik. Einer der Entwickler von moodle.org - Petr Skoda - stand Rede und Antwort zu Fragen der Sicherheit, der Installationsroutinen, der Userwaltung, des Datenschutzes und mehr. In englischer Sprache gehalten, was mich immer ein wenig “ruhiger” werden lässt als ich üblicherweise bin
Es ist halt doch nicht meine Muttersprache und ich brauche immer ein paar Takte länger, zu verstehen und meine Fragen auf der Zunge zu haben…..
Dann noch praktische Themen - Fallbeispiele aus dem derzeit bereits laufendem Einsatz der unterschiedlichsten Projekte. Und gegen 16:00 der gemeinsame Ausklang im grossen Hörsaal, im Audimax, der Fazit ziehen liess über die gesammelten Eindrücke, die Organisatoren endlich mal ins Rampenlicht stellte (die übrigens tolle Arbeit geleistet haben!) und bereits einen Ausblick auf die Konferenz 2007 bot.
Den Kopf voll mit neuen Ideen, Plänen, Projekten, Eindrücken - und bereichert um ein paar neue, sehr nette Kontakte von der Schweiz bis nach Berlin, trete ich nun die Heimreise an.
Mein persönliches Fazit: es hat sich gelohnt.
Fr 15 Sep 2006
Moodle - eine Software, die eLearning fördert, Wissensmanagement erleichtert und das lebenslange Lernen einige Zeit begleiten wird. Am 14. und 15.September 2006 fand an der FH Hagenberg in Oberösterreich die internationale Moodle-Konferenz 2006 statt. Ich war dabei….
1.Tag
Obwohl ich nur etwa 25 km von der FH Hagenberg und dem dazugehörigen Softwarepark entfernt lebe, hatte ich bis dato noch kein Bedürfnis gehabt, diese - übrigens international - bekannte Örtlichkeit aufzusuchen. Diesmal musste ich wohl. Habe ich doch meine Online-Schule für Kleinunternehmer, das SELFworxx.net, auf Moodle aufgebaut. Und möchte diese eLearning-Plattform weiter ausbauen und nutzen.
Zwei Drittel des ersten Tages sind vorbei, als ich in einer Pause einen Platz an einem freien Rechner erspäe und gleich für morgen den ersten Bericht abgeben will. Ich habe es bisher nicht bereut, hierher gekommen zu sein. Die Vision des eLearnings hat in den letzten Stunden sehr klare Konturen bei mir angenommen. Die Einsatzmöglichkeiten von Moddle sind vielfach. Der Bedarf nach entsprechender Software und Weiterbildung ohne Zeit- und Ortsprobleme ist hoch.
Auch ein Vortrag zu Barrierefreiheit stand auf meinem Plan. Speziell das Thema Sehbehinderte und Blinde und die Möglichkeiten, die Moodle dafür bietet, fand ich faszinierend. Hier der Link auf mehr für denjenigen Leser, der sich ebenfalls dafür interessiert:
eLearning im Schul-Alltag am Blindeninstitut Wien
Projekt TELEOBA, TEle-LEarning Ohne BArrieren für Blinde und Sehbehinderte am BFW Halle
Gleich gehts bei mir weiter mit den Vorträgen - heute stehen noch drei weitere Vorträge zu spannenden Teilbereichen auf meinem Programm. Es wird ein langer Tag, denn momentan ist es beinahe 17 Uhr….
Update 18:40:
Jetzt sind auch die letzten drei Programmpunkte vorbei - und ich bereue es noch immer nicht. Ideen sprudeln in meinem Kopf wie Brausepulver im Wasserglas….
Um 19:30 gehts zum gemeinsamen Abendessen im Schloss Hagenberg - auch das dürfte nicht unangenehm werden
Mehr über die 3.internationale Moodle-Konferenz morgen im Bericht über den 2.Tag.
Do 14 Sep 2006
Sag mir, wie Dein Schreibtisch aussieht und ich sage Dir, wer Du bist.
Viele Schreibtisch-Täter unterliegen dem Irrtum, da sie den grössten Teil ihres Arbeitstages dort verbringen, sollten sie sich diesen Bereich so angenehm wie möglich gestalten: Ein bequemer Drehstuhl zum Lümmeln, Bilder vom Urlaub und den Lieben zum Träumen, Pflanzen und Bilder für die schönen Wände sowie Kaffee/Tee und Wasser fürs Überleben.
Betrachten Sie (Ihren) einen überladenen Schreibtisch und fragen Sie sich:
- Welche Art von Unternehmen arbeitet an so einem Arbeitsplatz?
- Wem nützen Stapel von unerledigten Dingen, beschriebene Post-it’s mit unleserlichen Notizen?
- Welche Farbe hat die Arbeitsfläche des Schreibtisches eigentlich unter all diesem Papier?
Führungskräfte und damit auch der Unternehmer selbst hingegen sollten ihren Arbeitsplatz zum raschen und effizienten Erledigen von Projekten und Aufgaben benutzen. Lümmeln, Träumen und Nahrungsaufnahme findet meist in einer dafür besser geeigneten Umgebung statt. Beim Home-Office ja überhaupt kein Problem. Alles was der zielorientierten Bewältigung eines Projektes hinderlich ist, wird entfernt oder kann mir jemand den tieferen Sinn eines Stapels von seit Monaten angesammelten Fachzeitschriften (”Muss ich mal lesen”) erklären, die irgendwann ohnehin ungelesen entsorgt werden?!
Tipps:
Bevor Du eine Arbeit oder Projekt angehst, entferne alle Dinge die nicht dazu gehören - staple sie hinter dir oder noch besser in Regalen oder Kästen. Du sorgst für eine ungestörte Zeit (Telefon ausschalten, Mailbox schliessen etc.). Vor dir befinden sich nur mehr Dinge, die Du zur Projekterledigung benötigst. Dann sagst Du am besten laut zu dir selbst: So, los geht’s! Dann beginnst Du und arbeitest daran solange bis Du damit fertig bist! Bei grösseren Projekten, die nicht in einem Tag zu erledigen sind, ist eine genaue Zeitplanung nötig (von … bis … mache ich ….) und dann auch einzuhalten.
Sitze aufrecht und dynamisch, lasse dich nicht ablenken und erledige dein Projekt rasch. Am Ende sagst Du ebenso laut: So, fertig! Du räumst alles wieder weg und verlässt deinen Arbeitsplatz so, damit Du am nächsten Tag voller Energie starten kannst und dich nicht erst durch die Reste vom letzten Tag durchkämpfen musst.
Leader-Typen machen immer nur Eines nach dem Anderen - nie mehrere Dinge gleichzeitig - und sie hören erst auf, wenn sie fertig sind!
Eine erfolgreiche Persönlichkeit leistet nichts Aussergewöhnliches.
Sie macht nur das Gewöhnliche aussergewöhnlich gut.
Mi 13 Sep 2006
Wer hat nicht schon einmal ein Super-Schnäppchen aus dem Urlaub mitgebracht, zum Beispiel ein Polo-Hemd, das eigentlich viel teurer hätte sein müssen? Oder eine Rolex-Uhr, die der Händler auf der Straße schon um 45 Euro anbot? Doch die Jagd nach billigen „Markenprodukten“ birgt Risiken, denn rein rechtlich gesehen begeht der Käufer damit eine Straftat.
Der Zoll ist berechtigt, Gefälschtes bei der Einfuhr zu beschlagnahmen, zu vernichten oder sogar ein Strafverfahren in Gang zu setzen. Wird vorsätzlich gefälschte Ware eingeführt, kann von der Finanzstrafbehörde eine Geldstrafe bis 15.000 Euro, bei Fahrlässigkeit bis 4.000 Euro verhängt werden. Auch bei der Bestellung von Marken-Imitaten aus dem Internet kann die Zollbehörde einschreiten und die Ware zurückbehalten, sofern der Käufer nicht Widerspruch erhebt.
Der Rechteinhaber kann vom Verbraucher ein angemessenes Entgelt für die Rechtsverletzung verlangen. Dazu muss er allerdings nachweisen, dass der Käufer gewusst hat, dass es sich um ein gefälschtes Produkt handelt.
Gefährlich wird der Handel mit gefälschter Markenkleidung erst recht, wenn der Händler ein vermeintliches Schnäppchen auf den Markt bringt. Nicht nur, dass die gesamte Ware beschlagnahmt wird - er muss auch mit empfindlichen Strafen rechnen.
Also - Augen auf beim Schnäppchen-Kauf!
Hier ein paar weiterführende Links zu Berichten darüber:
Wirtschaftsblatt: Luxus-Labels machen in China gegen Fälscher mobil
marke.at: Markenpiraterie boomt in Österreich
WKO.at: Osterweiterung bringt Markenpiraterie
Di 12 Sep 2006
Diese Begriffe sind jedem geläufig und doch wissen die wenigsten, was dahinter steckt. Hier die Erklärung dazu:
Ein freier Dienstvertrag begründet eine Art eingeschränktes Dienstverhältnis - und ist doch keines. Der Auftragnehmer wird vom Auftraggeber bei der zuständigen Gebietskrankenkasse gemeldet, es fliessen Dienstgeberbeiträge zur Sozialversicherung. Der Auftragnehmer ist für die Versteuerung dieser Einnahmen selbst verantwortlich. Es wird also keine Lohnsteuer berechnet und einbehalten!
Die Einnahmen aus freien Dienstverträgen und Werkverträgen und die damit zusammenhängenden Ausgaben müssen aufgezeichnet werden. Die Aufzeichnungen und alle diesbezüglichen Unterlagen und Belege (Honorarnoten, Bankauszüge, Rechnungen und Zahlungsbelege für Ausgaben) müssen sieben Jahre aufgehoben werden. Der Gewinn aus der Tätigkeit wird im Regelfall durch eine so genannte Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ermittelt. Die erhaltenen Einnahmen eines Kalenderjahres (zB der Zufluss in bar oder die Gutschrift auf dem Bankkonto muss in der Zeit vom 1. Jänner bis 31. Dezember erfolgen), vermindert um die im Kalenderjahr bezahlten Ausgaben, ergeben den Gewinn aus der Tätigkeit, der als Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder in bestimmten Fällen als Einkünfte aus selbständiger Arbeit (zB. bei wissenschaftlicher, künstlerischer oder unterrichtender Tätigkeit) der Einkommensteuer unterliegt.
Es kann vorkommen, dass die Einnahmen in einem Kalenderjahr zufließen und bestimmte Ausgaben (zB Sozialversicherungsbeiträge) aber erst im Folgejahr vorgeschrieben und bezahlt werden. Dann erzielt man im Folgejahr - wenn keine oder geringere Einnahmen aus dieser Tätigkeit vorliegen - einen Verlust, der mit anderen positiven Einkünften ausgeglichen werden kann.
Grundsätzlich müssen Sie eine Einkommensteuererklärung abgeben, wenn Sie vom Finanzamt dazu aufgefordert werden. Ergeht keine Aufforderung ist eine Steuererklärung abzugeben, wenn Sie bestimmte Einkommensgrenzen überschreiten.
Zu den Einnahmen aus freien Dienstverträgen und Werkverträgen zählen nicht nur die vom Auftraggeber in bar oder auf das Bankkonto überwiesenen Beträge sondern auch alle Kostenersätze (zB Fahrtkostenersätze, Tagesgelder, Ersätze für Arbeitsmittel), die vom Auftraggeber einbehaltenen Dienstnehmerbeiträge zur Sozialversicherung und allfällige Sachbezüge (zB Bereitstellung einer Wohnung oder eines PKW).
Grundsätzlich sind alle Einnahmen steuerpflichtig. Die nur für Arbeitnehmer vorgesehenen Steuerbefreiungen stehen nicht zu. Ebenso ist das Trinkgeld, das freie Dienstnehmer erhalten, steuerpflichtig.
Als Betriebsausgaben können von den Einnahmen aus freien Dienstverträgen und Werkverträgen im Wesentlichen alle Ausgaben abgezogen werden, die bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit Werbungskosten darstellen.
Unabhängig davon, ob und in welcher Höhe Betriebsausgaben tatsächlich vorliegen, kann man anstelle der tatsächlichen Betriebsausgaben pauschalierte Betriebsausgaben abziehen. Voraussetzung für die Inanspruchnahme des pauschalen Betriebsausgabenabzuges ist, dass der Vorjahresumsatz (die erzielten Einnahmen ohne Umsatzsteuer) im Vorjahr unter 220.000 Euro beträgt und die Gewinnermittlung weder freiwillig noch verpflichtend durch Bilanzierung erfolgt.
mehr dazu hier (kostenlose Registrierung zum Lesen nötig)
Mo 11 Sep 2006
Das Internet funktioniert nicht ohne Links. Aber darf man einfach so Links irgendwohin setzen?
Hier ein paar Details zu diesem Thema in Bezug auf die österreichische Rechtsprechung:
Das Setzen von Links ist nach österreichischem Recht weder ausdrücklich verboten (obwohl einige ältere Entscheidungen des Obersten Gerichtshofes dies vermuten lassen), noch ausdrücklich erlaubt. (more…)
So 10 Sep 2006
Beratung ist, wie viele andere Berufe, die sich heute entwickeln, eine Profession. Prägendes Kennzeichen aller Professionen (z.B. Medizinerinnen, Psychologinnen) ist die Verpflichtung zu einem hohen beruflichen Ethos, das sich an allgemeinen Werten und Normen orientiert. Diese Verpflichtung ist notwendig, da diese Professionen ein Stück Macht über den oder die anderen mit sich bringen. Das ist auch in der Beratung der Fall und es gilt, diese Macht nicht auszunützen sondern immer darauf zu achten, dass das Wohl der Klienten im Mittelpunkt des Interesses steht.
Das hört sich recht nett an und ist im Grunde auch meine Art, zu arbeiten. Aber ich bin nicht blind. Ich sehe sehr wohl, was am Markt tatsächlich geschieht.
Nehmen wir den Finanzdienstleister, der in erster Linie die Höhe der Provision bei seinen Produkten sieht und nicht den sinnvollen Einsatz als Investment bei seinen Kunden. Banken und deren Mitarbeiter schliesse ich da gar nicht aus - ganz im Gegenteil….
Nehmen wir den Steuerberater, der in erster Linie an hohen Honroarrechnungen interessiert ist und daher schnell mal ans Umgründen denkt mit dem Argument “Steuern zu sparen”. Dabei aber verschweigt, dass die Gesamtkosten der Umgründung diese Einsparungen wieder zunichte machen.
Dann wäre da noch der Versicherungsberater, der von einer der Gesellschaften, deren Produkte er vermittelt, höhere dauernde Provisionen erhält als von den anderen. Und daher diese Produkte bevorzugt verkauft.
Ach ja, und der Buchhalter, der Ihnen mehr an Buchhaltung aufzwingt als der Gesetzgeber für nötig erachtet. Weil er nämlich mehr daran verdient, Ihnen als grundsätzlichem Einnahmen/Ausgaben-Rechner doch eine doppelte Buchhaltung zu führen.
Und natürlich auch der Unternehmensberater, der Ihnen viel von Kennzahlen vorschwärmt und es bei Ihnen für verpflichtend hält, einige davon einzuführen. Obwohl Sie daraus vielleicht gar nichts Brauchbares ableiten können. Aber die (Honorar)Uhr tickt halt auch da….
Last but not least der IT-Berater, der für Sie gerade das Beste als gut genug erachtet und auch bei Ihrer Webseite zum Overdressing neigt. Warum wohl?
Es gäbe noch viele Beispiele dafür. Eins haben alle gemeinsam:
Der Berater interessiert sich in erster Linie für das Beratungsprodukt, das er gerade verkaufen will. Und natürlich für die Rechnung, die er dafür stellen kann. Was Sie auf lange Sicht davon haben, ist erst in zweiter Linie massgebend.
Wie wäre es, wenn Sie uneingeschränktes Vertrauen zu Ihrem Berater haben könnten?
Wenn Sie genau wüssten, dass er auch mal einen Weg aufzeigt, der Sie fast nichts kostet (ihm also momentan kein Geld bringt), aber dafür genau die richtige Lösung für Sie ist?
Wenn wirklich der Kundennutzen im Vordergrund stünde? Gepredigt wird das ja heute überall, aber leider nicht beherzigt.
… schöne neue Welt ……
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