Das gute alte “Hobby” ist ja schon seit geraumer Zeit ziemlich aus der Mode gekommen. Niemand, aber auch wirklich niemand würde heutzutage sagen: “Meine Hobbies sind Gehäuse Modding, Auto-Tuning und DVD-Raubkopien-Sammeln”. Denn ein Satz, der mit den Worten “Meine Hobbies sind…” beginnt, kann eigentlich nur mit solchen total altbackenen Dingen wie “Salzteigbasteln, Makramee, Brieffreundschaften und Pony-Poster-Sammeln” fortgesetzt werden. Ein legitimer, zeitgemäßer Nachfolger für den Begriff “Hobby” ist jedoch nicht in Sicht.

Registriert man sich beispielsweise bei einem der zahllosen Online-Dienste, wird man gerne nach “Interessen” gefragt. Nun ja, interessant kann man vieles finden, zum Beispiel ungewöhnlich geformte Zehennägel, das Liebesleben der Waldameise oder die Tatsache, dass “Den Kopf gegen die Wand schlagen” 120 Kalorien pro Stunde verbraucht. Dieses Interesse ist jedoch meist nur von kurzer Dauer. Einem “Hobby” hingegen blieb man früher über viele Jahre treu. Heute kann sich wahrscheinlich niemand mehr so recht vorstellen, 40 Jahre lang Bierdeckel zu sammeln oder die “Allianz Arena” maßstabsgetreu aus Streichhölzern nachbauen. Andererseits, warum eigentlich nicht?

Lang lebe das Hobby!

[Quelle: Newsletter von gmx.at]