Sicher hat man auch Sie schon einmal nach Ihrem Ziel gefragt, danach, was Sie erreichen wollen. Sehr oft ist auch das Definieren der Ziele nicht das wahre Problem, aber die konkrete Umsetzung wird zur eigentlichen Herausforderung. Lassen Sie uns daher zuerst definieren, was Ziele überhaupt sind.

Was ist ein Ziel?

Ein Ziel ist eine konkrete Beschreibung eines gewünschten Zustandes zu einem festgelegten künftigen Zeitpunkt. Der Schriftsteller Michel de Montaigne schrieb einst:

Wer nach keinem bestimmten Hafen steuert, dem ist kein Wind günstig.

Das bedeutet, dass uns Ziele insbesondere dabei helfen, die Orientierung für unser Leben zu finden. Ziele schaffen desweiteren auch die notwendige Transparenz, ob unser Handeln uns in die gewünschte Richtung bringt, oder ob wir richtungslos agieren. Ziele geben uns vor allem die Motivation um überhaupt in Bewegung zu kommen. Oft kommt es vor, dass Menschen sich nicht festlegen wollen. Dies ist aber unbedingt nötig, um die Richtung, das Ziel überhaupt definieren zu können.

Welche Gründe gibt es, warum sich Menschen hierbei schwer tun?

Ein Grund mag darin liegen, dass Menschen ihr Tun mehr lieben, als das Ergebnis, des Tun`s. Diese Menschen sind stark prozessorientiert.

Welche möglichen Lösungsansätze bieten sich an, um diverse Widerstände abzubauen?

Geben Sie sich selbst und anderen mehr Flexibilität. Wenn Sie selbst zu starr agieren, schaffen Sie keinen Raum für Kreativität. In einem vorgegebenen Zielrahmen, der nicht zu starr ausgelegt ist, müssen Sie sich bewegen können. Ein weiterer positiver Ansatz hierzu ist, dass Sie sich und den anderen Wertschätzung gegenüber dem prozessorientierten Verhalten zubilligen. Wenn Sie mit Augenmass agieren, werden Sie mehr Verständnis bekommen, als Sie denken.

Sehr oft werden Ziele als „kalt“ bezeichnet.

Wenn ein Ziel erreicht ist, ist es starr, ohne Dynamik, es liegt hinter uns. Deshalb ist es wichtig, sich immer neue Ziele zu stecken. In Wort und Bedeutung “Ziel” steckt auch die Möglichkeit, scheitern zu können. Das ist an sich kein Drama. Manche Menschen haben aber die Befürchtung, dass die Wärme (Menschlichkeit) verloren geht, dass sie zu reinen Zielerreichungsmaschinen verkommen. Das muss nicht sein. Diverse Veränderungen im Markt können der Anlass sein, Ziele zu hinterfragen und auf deren Umsetzungsmöglichkeiten zu untersuchen.

Helfen wird Ihnen hierbei, wenn Sie die Ziele auf ein mögliches, realistisches Szenario hin überprüfen. Sehr hilfreich ist es, wenn Sie sich selbst oder Ihren Mitarbeitern Unterstützung bei der Umsetzung zukommen lassen. Oftmals haben Menschen das Gefühl allein gelassen zu werden, ohne Hilfestellung und Unterstützung.

Insbesondere müssen Sie darauf achten, dass Ihre Ziele auf Akzeptanz stoßen. Nur wenn Ziele von Ihnen und Ihren Mitarbeitern getragen werden können, haben diese eine Chance auf Realisierung. Jeder in Ihrem Team muss die gemeinsamen Ziele kennen. Wie bei einem Hundegespann, wo alle in die gleiche Richtung ziehen um ans Ziel zu kommen. Umgekehrt regiert das Chaos - wie beim Tauziehen, wenn jeder in eine andere Richtung zieht!

5 Aspekte von Zielen um eine motivierende Wirkung zu erzielen:

  • Ist das Ziel auch für meine Mitarbeiter klar und eindeutig?
  • Ist das Ziel positiv formuliert?
  • Ist das Ziel realistisch erreichbar?
  • Ist das Ziel von meinen Mitarbeitern alleine und ohne Fremdeinwirkung erreichbar?
  • Ist der Zustand, der nach der Zielerreichung eintreten soll, vorstellbar und nachvollziehbar?
    Das wichtigste:

    Das Ziel muss vorstellbar sein.
    Alles was vorstellbar ist, ist auch machbar.

„Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.“

Im Idealfall gelingt es Ihnen Sog zu erzeugen. Sog ist immer besser als Druck. Ein wesentlicher Kernsatz in der Zielformulierung lautet:

    WER macht WAS bis WANN mit welchen MESSBAREN ERGEBNIS, um die Ziele zu erreichen?

Ziele müssen ein genau beschreibbares Ergebnis darstellen, das zu einem genau bezeichneten Zeitpunkt erreicht werden soll.

Die Ziele schriftlich zu fixieren, wird oft als formalistische Zeitverschwendung angesehen. In Wirklichkeit basiert dies auf der Angst, die definierten Ziele nicht zu erreichen. Interessanterweise zeigt es sich in der Praxis, dass je höher der Rang, desto schwammiger die Formulierung. Und je niedriger der Rang desto mehr Druck und Kontrolle ausgeübt wird.

Ein weiterer Grund liegt darin: Wir kapitulieren von vornherein.
Ohne klare Zielvorgabe kann keine Erfolgskontrolle durchgeführt werden. Ohne Ziel kein Treffer! Wenn Ziele gesetzt wurden und kein Treffer erzielt wurde, können wir in einen Evaluierungsprozess erheben, was die Ursachen sind?

Wertvolle Fragen im Zielerreichungsprozess:

Was ist noch nicht optimal gelaufen?
Was werden wir beim nächsten mal besser machen?
Wo kann ich persönlich noch besser werden?

Diese Fragen kann nur jemand stellen, der seine Ziele fixiert hat. Bedenken Sie bitte, dass Führen heisst, die Mitarbeiter zu den Zielen begleiten. Wie ein Bergführer der auch die Leute auf den Berg bringt.

Manchmal kann es vorkommen, dass Menschen sich dieser Kontrolle versuchen zu entziehen. Dies geschieht aus Angst vor Kontrolle bzw. dem Glauben noch mehr leisten zu müssen als bisher. Dabei ist ein “noch mehr” nicht relevant – sondern das Richtige zur richtigen Zeit zu tun. Bei dieser Zielkontrolle geht es nicht um Kontrolle, sondern um Zielkalibrierung. Diese „Kontrolle“ ist bei mündigen Menschen auch Motivation:

    “Nur wichtige Dinge werden kontrolliert. Was nicht kontrolliert wird, ist auch nichts wert.”

Vor allem schützt diese Kontrolle vor Misserfolgen. Bitte vergessen Sie nie, dass der Weg das Ziel werden muss. Nur wenn Sie den Weg zum Ziel genauso lieben wie das Ziel selbst, haben Sie eine realistische Chance die Ziele zu erreichen.

Dazu möchte ich wieder an das fantastische Buch von Christoph J.Nitsch erinnern:
“Einfach Meer - was Schiffe und Unternehmen gemeinsam haben”