Lernen Sie, die Siignale des Körpers zu lesen und somit Ihr Gegenüber besser zu verstehen. Kurz: Lernen Sie Gedankenlesen

Im Dialog mit anderen achten die meisten Menschen nur auf das, was der oder die andere sagt. Dabei gibt es noch viel mehr Ausdrucksformen als die menschliche Sprache. Fachleute sprechen von der Körpersprache. Zu den bekannteren körpersprachlichen Signalen gehören etwa Gestik, Mimik oder Körperhaltung.

Vor der Brust verschränkte Arme zum Beispiel signalisieren im Regelfall Ablehnung oder Desinteresse. Wahrscheinlich nicht so bekannt dürfte sein, dass auch die Blickrichtung eines Menschen Rückschlüsse auf den inneren Dialog mit sich selbst zulässt.

Diese Art modernen “Gedankenlesens” können Sie leicht erlernen, indem Sie genau beobachten, wohin Ihr Gegenüber sieht.

Sie können dadurch herausfinden, ob der andere gerade etwas sieht oder fühlt, ob er innere Stimmen hört, ob er sich an etwas Vergangenes erinnert oder seine Gedanken in die Zukunft gerichtet sind.
Bitten Sie eine Versuchsperson Ihrer Wahl, sich für einen kleinen Test zur Verfügung zu stellen und versuchen Sie anhand der Augenbewegungsmuster beziehungsweise der Blickrichtung die Art der Gedanken festzustellen.

Mit etwas Übung und genauer Beobachtung anderer Menschen werden Sie mit der Zeit erkennen, ob die andere Person gerade in Gedanken etwas fühlt, hört, sieht oder einen inneren Dialog mit sich führt.

Die Blickrichtung verrät es

Grundsätzlich gilt folgendes vertikales Raster für Rechtshänder (bei Linkshändern ist es normalerweise gerade umgekehrt):

  • nach oben gerichtet:
    vorherrschendes Denkmuster: Bilder, Zukunft, Wünsche
  • seitlich gerichtet:
    vorherrschendes Denkmuster: Töne, Gefühle
  • nach unten gerichtet:
    vorherrschendes Denkmuster: Gefühle, innerer Dialog, Vergangenheit

Bezieht man die horizontale Blickrichtung in die Betrachtung mit ein, kann man anhand der Augenstellung sehr detailliert erkennen, was im Inneren der Person vor sich geht:

  • Der Blick ist nach oben rechts gerichtet: Die Person konstruiert Bilder, die in die Zukunft gerichtet sind (VK = visuell konstruiert). Beispiel: Die Person stellt sich vor, wie wohl die zukünftige Firmenpräsentation verlaufen wird.
  • Der Blick ist nach oben links gerichtet: Die Person sieht Bilder, die sie schon einmal gesehen hat, also die bereits geschehen sind, sie erinnert sich an etwas (VE = visuell erinnert). Beispiel: Die Person erinnert sich an die Teilnehmer der letzten Firmenpräsentation.
  • Der Blick ist seitlich nach rechts gerichtet: Die Person konstruiert Töne, Stimmen, Laute, Geräusche, die in die Zukunft gerichtet sind (AK = auditiv konstruiert). Beispiel: Die Person stellt sich vor, was sie bei der nächsten Firmenpräsentation sagen wird.
  • Der Blick ist seitlich nach links gerichtet: Die Person erinnert sich an Töne, Stimmen, Klänge oder Geräusche aus der Vergangenheit (AE = auditiv erinnert). Beispiel: Die Person erinnert sich, was sie bei der letzten Präsentation gesagt hat.
  • Der Blick ist nach unten rechts gerichtet: Die Person fühlt etwas beziehungsweise denkt an ein Gefühl (K = kinästhetisch). Beispiel: Die Person erinnert sich an das flaue Gefühl in der Magengegend, bevor sie das Rednerpult betrat.
  • Der Blick ist nach unten links gerichtet: Die Person führt einen inneren Dialog, sie spricht zu sich selbst (ID = innerer Dialog). Die Person denkt zum Beispiel: “Ich frage mich, welche Informationen mir wohl noch für die nächste Präsentation fehlen”.
  • Blickt die Person geradeaus ins Leere, so ist sie in einer Art Trancezustand, sie sieht innere Bilder.

Der praktische Nutz

Was haben nun diese Erkenntnisse für einen praktischen Nutzen? Der Nutzen liegt darin, den bevorzugten “Artikulationskanal” des anderen anhand der Augenbewegungen zu erkennen und dadurch auf gleicher Ebene mit ihm sprechen zu können.

Um das zu verstehen, muss man wissen, dass in der Regel jeder Mensch eine Art Lieblingskanal hat, in dem er kommuniziert.

Der eine bevorzugt eher den visuellen Kanal (”Das sehe ich anders”), der andere den auditiven Kanal (”Das hört sich aber gar nicht gut an”), ein Dritter den kinästhetischen, gefühlsmäßigen Kanal (”Ich habe ein schlechtes Gefühl dabei”).

Anhand der Augenbewegungen kann man nun erkennen, welchen Artikulationskanal der Gesprächpartner bevorzugt (siehe obige Klassifikation).
Angenommen, Sie unterhalten sich mit Ihrer Freundin über den neuesten Kinofilm, der erst seit kurzem zu sehen ist und Sie möchten gerne wissen, ob sie schon nähere Informationen darüber hat.

Schweift ihr Blick immer wieder nach rechts oder links ab, können Sie sagen: “Hast du schon etwas über den neuen Film gehört?” Sieht sie dagegen überwiegend nach oben (rechts oder links), sagen Sie: “Kennst du jemanden, der den Film schon gesehen hat?”

Durch intensives Training werden Sie immer sicherer dabei, den bevorzugten Artikulationskanal Ihres Gesprächspartners anhand der Augenbewegungen zu erkennen, um sich auf der gleichen “Wellenlänge” mit ihm zu unterhalten.

Der Lohn für Ihre Bemühungen sind bessere zwischenmenschliche Beziehungen durch fruchtbare Kommunikation im privaten Bereich. Und auch bei Diskussionen, Besprechungen und Verhandlungen sind Sie Ihren Gesprächspartnern immer eine Nasenlänge voraus.

einfache Augen-Diagnostik

Die Augen verraten auch den medizinischen Zustand des Körpers. Sie sind individueller als jeder Fingerabdruck. Denn von jedem Organ führen winzige Nervenfasern in Richtung Iris. Ist im Körper etwas krank, sind Spuren am Auge sichtbar.

    Ein weißer Ring um die Iris…
    …deutet auf einen erhöhten Cholesterinspiegel hin. Lassen Sie Ihre Werte überprüfen. Meiden Sie tierische Fette.
    Besser: Olivenöl und Rapsöl, das ungesättigte Fettsäuren enthält. Sie senken schädliches Cholesterin.
    Unwillkürliches Lidzucken…
    …liegt meist am Magnesium-Mangel. Der schädigt langfristig Nerven und Herz!
    Tipp: Eine Hand voll Kürbiskerne deckt den Tagesbedarf an Magnesium von 300 mg.
    Augenflimmern…
    …wird durch mangelnde Durchblutung ausgelöst. Schuld sind oft Nackenverspannungen.
    Stretching macht locker: hinsetzten, Kopf nach links neigen. Linke Hand auf den Kopf legen und sanft nachziehen. Rechts wiederholen (je 3-mal).
    Eine strohgelbe Verfärbung des Augenapfels…
    …kann Hinweis auf ein Leberleiden sein. Gehen Sie sofort zum Artzt, um eine Hepatitis-Infektion auszuschließen. Nur im Frühstadium können Veränderungen an der Leber rückgängig gemacht werden.
    Weiße Pünktchen auf der Iris…
    …weisen auf unerkannte Entzündungsherde im Körper hin. Gehen Sie zum Hausarzt. Ein Blutbild spürt mögliche Ursachen auf.
    Das weiße im Auge sieht rötlich aus…
    …dann ist eine Erkältung oder Bindehautentzündung daran schuld. Sind die Beschwerden nach drei Tagen nicht von selbst wieder verschwunden, umgehend zum Arzt gehen.

Lernen Sie, die Signale des Körpers und speziell der Augen zu deuten. Es eröffnet neue Dimensionen der Verständigung.