Das Internet ist kein rechtsfreier Raum - heisst es. Und doch häufen sich die Beschwerdefälle wegen versuchten Betruges.
Eben auf heise online gefunden:
Problemfälle bei Österreichs Internet-Ombudsmann vervielfachen sich
Die Zahl der vom österreichischen Internet-Ombudsmann bearbeiteten Fälle hat sich von 750 im Jahr 2004 auf 1.460 im Jahr 2005 fast verdoppelt. Der unerfreuliche Trend beschleunigt sich weiter: Mit über 1.900 Fällen bis 30. Mai 2006 wurde der Vorjahreswert bereits deutlich überschritten. Der durchschnittliche Streitwert lag im vergangenen Jahr bei 259 Euro. Gut drei viertel der Fälle bezogen sich auf Online-Shops, ein knappes Viertel entfiel auf Unzulänglichkeiten bei Online-Auktionen.
Besonders häufig beschwerten sich Konsumenten 2005 über die Gebrüder Schmidtlein, die unter verschiedensten Webadressen Gratis-SMS versprochen hatten oder andere angeblich “heute gratis” Informationen anbieten. Ich habe bereits darüber geschrieben.
Keine guten Nachrichten, finde ich. Denn der Gesamteindruck färbt natürlich generell auf Geschäfte im Internet ab. Verschärgt wird dieser Zustand weiters durch die derzeit wieder vermehrt auftretenden Phishing-Emails, die vorgeben, von der Hausbank zu kommen und lediglich Zugangscodes zu Online-Konten ausspionieren wollen.
Was bedeutet das nun für uns, die wir seriös Geschäfte im Internet machen wollen?
Es wird immer wichtiger, den Besuchern der eigenen Webseiten Vertrauen zu vermitteln. Vertrauen in die Seriosität der Leistung, in die Integrität des anbietenden Unternehmens. Der erste Schritt dazu ist ein richtiges Impressum - das für österreichische Websites auf jeden Fall den Link zur Firmenabfrage der WKO enthalten sollte. Leider fehlt so ein Impressum immer noch auf vielen Websites - auch wenn es (theoretisch) bereits seit Jahren Pflicht ist.
Umso wichtiger für Unternehmen, ihre bestehenden Webseiten zu überarbeiten, rechtskonformen Inhalt zu ergänzen und Angebote so anzubieten, dass der potentielle Kunde möglichst wenig Risiko eingeht. Auch hier gilt wieder einmal: wer an den Nutzen des potentiellen Kunden denkt, wird die Nase vorne haben. Wer nur an seinen eigenen Nutzen denkt, wird scheitern.