Neueste Umfragen bringen schwere Lücken in den Sicherheitseinrichtungen zu Tage - und das nicht nur bei KMU’s, aber leider vermehrt diesem Bereich.
Demnach verzichtet fast die Hälfte der Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl zwischen 101 und 250 auf einen eigenen Datenschutz-Beauftragten. Darüber hinaus gibt es laut Umfrage auch in 30 Prozent der Betriebe mit mehr als 500 Mitarbeitern keinen solchen Experten für den Datenschutz.
Auch die Datensicherung nimmt ein Großteil der Unternehmen scheinbar nicht ausreichend ernst. Nur 60 Prozent der Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern sichern ihre Daten regelmäßig und ausreichend. In kleineren Betrieben tun das sogar nur 40 Prozent. Auf die Frage, ob die Funktionsfähigkeit der Datensicherung regelmäßig geprüft werde, antworteten 24 Prozent mit Nein, 17 Prozent konnten die Frage erst gar nicht beantworten.
Laut der Check-Point-Befragung, an der bis Ende März mehr als 4.000 Unternehmen teilgenommen haben, verschlechtert sich auch der Informationsstand der Mitarbeiter. Mit knapp 40 Prozent räumten noch mehr Unternehmen als im Vorjahr (32 Prozent) ein, ihre Mitarbeiter nicht ausreichend über Sicherheitsrisiken und deren Vermeidung informiert zu haben. Nur 22 Prozent der befragten Unternehmen ließen ihre Mitarbeiter einen Leitfaden zur IT-Sicherheit unterschreiben und wollen diese gegebenenfalls zur Rechenschaft ziehen.
Dabei ist das Feld der Bedrohungen recht weit und reicht von zerstörter Infrastruktur über ungeschützte Veröffentlichung sensibler Daten. Während die meisten großen Unternehmen auch wegen der strengen Gesetzgebung den Datenschutz bereits zur Chefsache erklärt haben, steht dieser Punkt bei kleineren Unternehmen nach Expertenmeinung oft noch außen vor. Das hänge sowohl mit mangelnder Kenntnis der Problematik als auch mit fehlenden finanziellen Ressourcen zusammen.
Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) ortet massive Probleme beim Umgang mit personenbezogenen Daten in deutschen Unternehmen. Laut aktuellen Studien verstoße jedes fünfte Unternehmen, zumeist aus Unwissenheit, gegen das Datenschutzgesetz, warnt der Verband. Obwohl der Umgang mit diesen Daten in fast allen Unternehmen zur täglichen Routine gehört, wird der gesetzlich vorgeschriebene Datenschutz laut Bitkom vernachlässigt.
Die Bitkom warnt, dass ein fahrlässiger Umgang mit Daten das Vertrauen der Kunden und Partner riskieren würde. Die sensiblen Daten werden oft ohne ausreichende Kenntnis der Rechtslage an internationale Datenbanken oder ausländische Geschäftspartner übermittelt. Mit diesen beiden Leitfäden will die Bitkom den Unternehmen eine praktische Hilfestellung für den täglichen Gebrauch beim Datentransfer bieten:
“Übermittlung personenbezogener Daten - Deutschland, EU und Drittländer”
“Verfahrensverzeichnis und Verarbeitungsübersicht”
[Quelle: pressetext.at]