Muttertag - Freud und Leid aller MütterWieder einmal ist Muttertag. Die Werbung hämmert es uns ja bereits seit Wochen ein und mancher hat beinahe schon Angst, etwas falsch zu machen an diesem Tag.

Was historisch gesehen als echter Ehrentag für Mutter Kirche und in Folge auch für die vielen leiblichen Mütter begann, hat sich in unserer heutigen Zeit fast ausschliesslich zu einem Konsum-Tag entwickelt. Kauf, kauf, kauf!!! rufen viele Werbespots, Plakate und Postwurfsendungen. Und lassen damit ein herzliches Dankeschön verkommen zu “wieviel wert bin ich dir”.

Was mich persönlich betrifft:
Ein einziges Mal in meinem Dasein als Mutter habe ich diesen Tag so verbracht, wie er vorgezeichnet zu sein scheint. Die ganze Familie - Eltern, Schwester mit Familie und ich selbst mit meinen Männern - ausgerückt in den Trubel, natürlich herausgeputzt in teurer Tracht, Mittagsessen im schon lang vorher reservierten Restaurant, Ausflug ins Grüne, Fotos zum trauten Beisammensein. Also alles schön nach den Regeln der Tradition. Tradition?

Man soll aus Fehlern lernen und einen nicht wiederholen. Es gibt ja schliesslich genug andere, die man noch nicht gemacht hat. ;-) Bis heute also habe ich dieses Zeremoniell nicht mehr wiederholt. Mir ist es wesentlich wichtiger, dass “meine Männer” mich das ganze Jahr über mögen. Und ich weiss, dass ich mit dieser Anschauung nicht allein dastehe.

Natürlich vergönne ich der Wirtschaft, dass es einen Tag mehr gibt, an dem man alles (Un)Mögliche und (Un)Nützliche verkaufen kann. Jeder aus den Branchen, die davon profitieren, wird froh sein darüber. Trotzdem wehre ich mich gegen ein Muss - ein Einimpfen des drohenden schlechten Gewissens, des Familienstreites, wenn man sich “nicht nach den Regeln” verhält.

Jede Mutter sollte das Recht haben, diesen Tag so (nicht) zu feiern, wie sie selbst es für gut hält. Das wäre dann für mich der Idealzustand… ;-)
In diesem Sinne allen Müttern einfach einen schönen, gemütlich, friedlichen Tag!