Kennen Sie Anne Koark? Nein? Wenn Sie auf diesen Titel geklickt haben, sollten Sie sie aber kennenlernen….
Auf den Visitenkarten steht unter ihrem Namen „Pleitier“. Mit Bankangestellten trank sie öfter Kaffee als mit ihren Freundinnen und die Flasche Wasser heute Abend, ist die nicht kostenlos? Anne Koark ist da angekommen, wo kein Unternehmer hin will. Anne Koark ist pleite.
Und trotzdem ist sie derzeit eine der bekanntesten Frauen in der Wirtschaft. Ihr Buch „Insolvent und trotzdem erfolgreich“ hat sie in nur einem Monat geschrieben. Und greift darin ein Thema auf, das eigentlich ein grosses Tabu in unserer Gesellschaft ist. Pleite zu sein - darüber spricht man nicht.
Bei einem Vortrag vor der EU-Kommission in Brüssel Ende März diesen Jahres endete sie mit folgenden Worten:
Ich habe ein Buch in Deutsch geschrieben “Insolvent und dennoch erfolgreich”. Dieses Buch gleicht stark den Seifenopern im Fernsehen - nicht vom Inhalt her, sondern von der Art, wie die Leute damit umgehen. Sie wissen ja, Seifenopern haben hohe Einschaltquoten. Aber wenn Sie jemanden fragen, ob er sie sieht, wird er “nein” sagen. Mein Buch war sieben Monate lang auf der Bestsellerliste - und keiner kauft es. Sie liessen es sich im Buchladen in Geschenkpapier verpacken, damit ja niemand auf den Gedanken kommen könnte, man wäre selbst insolvent. So stark ist das Tabu zum Thema Scheitern. Und dieses Tabu will ich brechen.
Ich sehe es so:
Wenn Sie insolvent geworden sind und nach dem Fall wieder aufgestanden - dann sind Sie erfolgreich!
Mehr über ihren Aufsteig, den tiefen Fall und ihr heutiges Leben als Pleitier lesen Sie hier >>>
Eine für mich faszinierende Frau, die es wagt, laut zu sagen, was sich viele nur denken. Da ich selbst in einer ähnlichen Situation bin/war (ist schon 1992 passiert, also viel länger her als bei Anne), weiss ich sehr gut, wovon sie spricht. Kann jedes ihrer Worte nur mit einem wissenden Nicken bestätigen. Und wünsche mir, dass uns die Laune des Zufalls einmal persönlich zusammen führt. auch wenn sie hauptsächlich im Norden Deutschlands darum kämpft, den Menschen eine zweite Chance zu geben. Und ich halt sehr wenig aus “meinem” Österreich rauskomme.
Soll ich ehrlich sein? Ich bin’s einfach…. Ich bin nämlich sehr gespannt darauf, was an Kommentaren zu diesem Artikel kommt.