Die Sophisten und die Pfaffen
Stritten sich mit viel Geschrei:
Was hat Gott zuerst erschaffen,
Wohl die Henne? Wohl das Ei?
Wäre das so schwer zu lösen?
Erstlich ward ein Ei erdacht;
Doch weil noch kein Huhn gewesen,
Schätz, so hat´s der Has´ gebracht.
Die bunten Ostereier, seien sie nun hartgekocht oder ausgeblasen, sind in vielen Laendern Tradition. Bemalte Eier wurden bereits bei Ausgrabungen der Sumerer aus der Zeit um 2500 v. Chr. entdeckt. Die Eier wurden naemlich gemeinsam mit den Toten in das Grab gelegt als Symbol des immerwaehrenden Lebens, was den heidnischen Vorstellungen eines Lebens nach dem Tode entsprach. Mit den Farben sollte die magische Macht der Eier noch vergroessert werden. Ueber Jahrhunderte wurden Eier als Keim des neuen Lebens bemalt.
Aus diesem Grund wurde das Bemalen von Eiern ein Brauch, der den Fruehling begruesste, die Zeit also, in der alles zu neuem Leben erwacht. Mit der Zeit verloren die heidnischen Urspruenge des Brauchs ihre Bedeutung, dagegen wuchs die Bedeutung des christlichen Symbols als Geschenk des Lebens. Der heidnische Ursprung dieses neuumgedeuteten Brauchs entging allerdings den Kirchen nicht, 1366 wurde das Eierbemalen z.B. in Prag streng verboten. Trotzdem ueberdauerte der Brauch bis heute, sei es wegen seiner Poetik oder wegen der unbekannten magischen Macht der verschenkten Eier.
Auf jeden Fall allen ein wunderschönes Osterfest,
ein paar erholsame Tage in gemütlicher privater Runde
und ein Wiederlesen ab Dienstag!