Der ganz normale Wahnsinn oder - wie sag ichs meinem Provider?

Gestern - ein Tag voller Termine ausser Haus. Wieder am Rechner - bereits 21:30. Noch schnell gestartet, eine Menge Emails abgeholt und kurz überflogen. Nichts wirklich Dringendes, aber eine Menge zu lesen und teilweise zu beantworten. Sowas mach ich gern frühmorgens in Ruhe beim ersten Kaffee.

Heute Morgen 5:20 - mmhh Kaffee fertig, Rechner gestartet. Internet gestartet - oder auch nicht. Ging nicht, Na gut, die WLan-Karte raus und nochmals reingesteckt. Manchmal hilft das ja. Diesmal nicht. Auch recht, gibt ja auch noch die “Leine”, das herkömmliche Kabel zum Anstecken. Mit dem gehts dann immer.

Hmm, auch damit nicht? Mein Rechner hat kein Windows, das man des öfteren neu starten muss. Trotzdem, auch das versucht. Schliesslich will ich es nicht riskieren, wegen “einfacher” Fehler meinen Göttergatten eine ganze Stunde zu früh aufwecken zu müssen. Aber er hatte Pech - ich musste dann doch. “Guten Morgen, Schatz! Unser Internet geht nicht - ich brauch dich!” Derartigen Weckrufen kann mann kaum widerstehen…. ;-)

Ende vom Lied - nach etlichen Tests und Logauslesen hatte er schnell festgestellt, dass wir um 4:07 von Inode aus getrennt wurden und danach ein Neueinwählen des XDSL nicht mehr möglich war. Von uns aus geht die Anmeldung raus, aber uns wird keine IP vergeben - und somit klappt das Anmelden nicht.

Also Inode anrufen - höflicherweise bis nach 7:00 warten. Während ich in der Warteschleife hänge, fordert mich die Stimme vom Band auf, nicht nur meine Kundennummer bereit zu halten, sondern mich auch zu vergewissern, dass mein Computer eingeschaltet ist. *grübel* Wie soll ich wissen, ob mein XDSL-Anschluss funktioniert, wenn ich den Rechner nicht einschalte? Seltsame Logik - aber egal.

Endlich beim Support Level 1. Alles erklärt. Gegenfragen - beantwortet. Wiedehrolt drauf hingewiesen, dass wir ein Linuxsystem haben und unsere Firewall sich einwählt. Antwort des Support: “Tut uns leid. Wir supporten nur Windows-Rechner.” Hmm, ich dachte eigentlich, der Support wäre für Kunden?? Fazit: der Support sagt, unser Modem wäre wunderschön zu sehen, die Leitung 1A. Es läge an uns, weil wir uns nicht anmelden. Während sie das sagt, sehe ich auf meinem Bildschirm die Firewall, die es im Minutenabstand immer wieder neu versucht…..

Ein zweiter Anlauf, nachdem mein Mann zur Sicherheit nochmals die entsprechende Hardware gecheckt hat. 7:25 - eine andere freundliche Stimme an der Hotline. Wieder alles von Anfang an erklärt. Das Gespräch verläuft im genauen Muster des ersten. Ich beisse auf Granit. Die Leitung ist top. Wir müssten uns nur anmelden. Dass ich dabei unseren IP-Cop verzweifelt werken sehe, erschüttert die Dame nicht. Dass sich eine Firewall einwähle, sei nicht vorgesehen und dazu könne sie nichts sagen. Aber vermutlich wäre die Firewall das Problem.

7:40 - mein Mann muss endlich zur Arbeit und auch den Sohn in die Schule bringen. Also raus mit den Männern. Und recht ratlos allein beim Rechner zurückgeblieben. Ein Stapel Arbeit liegt da - mindestens die Hälfte kann ich ohne Internet gar nicht erledigen. Wie aber die Termine verschieben? Email geht ja nicht. Also anrufen. Wagemutig noch vor 8:00 einige Telefonate geführt - wow, die Leute sind ja tatsächlich auch so früh schon am Arbeiten!

Dann ein Anruf von meinem Mann - eben hat eine Firma, die er betreut, auch eine Störung des Internetanschlusses gemeldet. Und sie hängen am gleichen IP-Knoten wie wir. Also nochmal die Hotline gewählt - aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei. Eine dritte freundliche Stimme - diesmal gleich erklärt, dass es auf jeden Fall ein Problem bei Inode sein muss, weil ja bereits ein zweiter aus diesem IP-Knoten…. Wieder kann ich das Selbstvertrauen der Dame nicht erschüttern. “Solche Dinge sind oft Zufall. Dem dürfen Sie keine zu grosse Bedeutung beimessen.” höre ich. Ich solle doch am besten”ein anderes Endgerät anhängen, um einen Hardwarefehler tatsächlich auszuschliessen.” Erst danach dürfe sie einen Störungsfall aufnehmen.

*grübel* Was macht man in diesem Fall, wenn man nicht mehrere Rechner zur Verfügung hat, sondern nur im (un)glücklichen Besitz eines einzigen ist? Zu Mediamarkt fahren, einen neuen kaufen, aufstellen, anschliessen, testen und dann als Reklamation zurückbringen? Irgendwie war mir das auch nach dem dritten Kaffee noch zu hoch…..

Es ist frustrierend, wie wenig ich ohne Internet bzw. Email arbeiten kann, wenns so plötzlich sein muss. Um 9:00 bei der anderen Firma angerufen, die auch die Störung hatten. Klaudia und ich kennen uns recht gut. Mal sehen, ob ihr auch so langweilig ist. Während wir telefonieren, höre ich ihren Mann im Hintergrund: “Jetzt haben sie endlich zugegeben, dass der Fehler bei ihnen liegt. Es wird dran gearbeitet.”

Tief Luft hol……

9:17 - alles wieder roger!

Tja, und dann das Ernüchternde dran:

  • Ausfall 4:07, eindeutig durch Inode abgekappt, nicht durch einen Abbruch unsererseits
  • erste Meldung 7:00, und zwar nicht von jemandem, der sich nicht auskennt, sondern von jemandem, der genau weiss, was er zu sagen hat, genaue Daten und Fakten angeben kann und somit bereits mithilft, das Problem zu lösen
  • Aufnahme der Arbeit an der Störung 9:00, anscheinend haben um diese Uhrzeit bereits einige andere Kunden eine Störung zu melden versucht
  • erledigt eine Viertelstunde später

Wäre das nicht auch einfacher und damit viel schneller gegangen?

P.S.: Wir bezahlen etwa 50 € pro Monat für unseren Anschluss. Und Inode wurde vor ein paar Monaen von UPC Telekabel geschluckt. Was uns bereits von anderen UPC-Kunden als das sprichwörtliche “vom Regen in die Traufe” beschrieben wurde. Bis heute wusste ich nicht genau, was sie meinten……