Sie, hallo ja Sie.
Ich warte, ich warte immer noch.
Ich habe noch nichts von Ihnen bekommen. Zumindest so ein ganz kleiner Dreizeiler würde reichen, Hauptsache, Sie haben dran gedacht.
Immer noch nichts! Na, also wissen Sie. Das ist einfach kein Stil, das ist unprofessionell.
Aber was rede ich, wo gibt es denn heute noch Professionalität, wo alles billig, billig und schnell sein muss? Die und die Qualität bleiben doch auf der Strecke. Aber Sie wären anders, dachte ich.
Naja, dachte ich eigentlich auch bei der Telekom. Wo wir doch sicherheitshalber bei denen Businesskunden geworden sind. Sie wissen schon, die mehr bezahlen müssen, dafür aber beim Internetzugang eine feste IP Nummer bekommen, eigene Supporthotline, halt all solche Dinge, die man braucht, wenn die Firma aufs Internet angewiesen ist, tagtäglich, jede Minute, weil sonst alle Räder still stehen. Wir sind halt Profis, die Hobbysurfer müssen sich mit dem popeligen Privatanschluss begnügen, bezahlen ja auch viel weniger, naja, jeder hat mal klein angefangen.
Übrigens, ich warte immer noch.
Ich hab mal nachgeschaut, von Ihnen ist noch nichts in meinem email Kasten eingetrudelt. Was ich von Ihnen erwarte?
Naja, einen Dank, dass ich diesen Newsletter trotzdem für Sie geschrieben habe, obwohl unser Telekom Businesszugang alle paar Tage für jeweils über eine Stunde ausfällt, am Liebsten zur Hauptgeschäftszeit, und ich so nix recherchieren kann. Aber die Hotline für Businesskunden der Telekom, das Telefon funktioniert ja noch, obwohl auch Telekomkunde, mal schnell angerufen: Tüttütüt, Dauerbesetzt, „aber bleiben Sie doch in der Leitung. Sie werden sofort bedient.“
Bedient bin ich eigentlich jetzt schon. Man ahnt nicht, was man alles offline schaffen kann, wenn man das Telefon auf Lauthören neben sich legt und in der Warteschleife steckt. Jetzt, nun sagt jemand was am anderen Ende. Klingt wie eine Bandansage. „Es gibt leider einen Ausfall des Internetzugangs im gesamten Bereich xyz“ Ui, so groß ist Deutschland, toll. Und weiter geht´s „Dieser Ausfall betrifft nur Kunden mit fester IP“ . Aha, nur Businesskunden, die billigen Privaten können munter weiter surfen. „Wir bitten um Geduld. Wir arbeiten mit Hochdruck an dem Problem“. Da ich diesen Spruch alle paar Tage zu hören bekomme, scheint´s mir, dass das Problem nicht mehr bei der Technik liegt, sondern beim Management und nur noch mit der Guillotine zu lösen ist.
Also, jetzt wissen Sie´s, auf ihren Dank warte ich. Immerhin habe ich Dank unser UMTS Notausfallsicherheitskarte im Server trotzdem diesen Newsletter schreiben können. Wie lange das aber noch gut geht, weiß ich nicht. Die UMTS Karte ist wegen Dauereinsatz in den letzten Monaten schon ziemlich heiß gelaufen und zeigt Ermüdungserscheinungen.
Deshalb täte mir eine kleine Dankmail von Ihnen jetzt doch ganz gut.
Wie, Sie haben mir doch eine geschickt?
Ich kann in meinem Postfach keine finden.
Ganz bestimmt haben Sie die geschickt?
Aber. Upps, unser Firmeninternet ist ausgefallen, auch der Mailserver ist betroffen. Mal bei der Telekom Hotline anrufen „Leider…, nur Businesskunden mit fester IP betroffen. Wir arbeiten …“. Wir leider nicht, wir können nicht, wie denn auch, ohne Internet als Internetunternehmen?
Aber Danke für ihre Dankesmail. Per UMTS habe ich mir die jetzt runterladen können.
[Quelle: NL 19.02.2006 von beepworld.de, Autor Dr.Thomas Finkenstädt]