So 20 Nov 2005
Der 19.Novemer 1987 war ein wichtiger Tag für mich - einer der wichtigsten sogar in meinem Leben. Nach über neun Monaten erblickte mein erstes Kind das Licht der Welt. Gestern, 18 Jahre später, tat er den grossen Schritt in die Welt der Erwachsenen.
Schon bei der Geburt recht bequem (er liess sich Zeit und musste letztendlich mit Kaiserschnitt geholt werden), ist Harald heute zu einem ausgesprochen brauchbaren jungen Mann herangewachsen. Es ist für eine Mutter schon ein seltsames Gefühl, den Sohn auch in die rechtliche Eigenverantwortung zu entlassen. Ich habe zwar generell versucht, meine beiden Söhne sehr selbständig zu erziehen. Aber allzu oft hat vermutlich der Mutterinstinkt den Hausverstand verdrängt und zu schnell die helfende Hand ausgestreckt.
Wenn schon das grosse Ereignis - für mich das einschneidendste im Leben - auf einen Samstag fällt, sollte man das auch gebührend feiern. Und das haben wir auch - nicht mit Alkohol, nein. Aber mit viel Gemütlichkeit, einem ausgezeichneten Essen im Tokio Steakhaus in der Arkade in Linz und angeregten Gesprächen “unter Erwachsenen”.
Nun ist mein Sohn Nr.2 quasi ein Einzelkind
und sein grosser Bruder eher ein Mitbewohner in unserer WG. So muss ich es mir zumindest selbst darstellen, damit ich auch im Alltag damit zurecht komme, ihm nicht ständig “gute Ratschläge” geben zu wollen. Der Samen muss bereits gesät sein - jetzt kann ich nur mehr abwarten, ob er auch aufgeht. Und meinem erwachsenen Sohn die Sicherheit mitgeben, dass er immer bei uns “zu Hause” sein wird.
Hier ein Zitat, das mir besonders gut gefallen hat:
Deine Kinder sind nicht deine Kinder. Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst. Sie kommen durch dich, aber nicht von dir, und obwohl sie bei dir sind, gehören sie dir nicht. Du kannst ihnen deine Liebe geben, aber nicht deine Gedanken; denn sie haben ihre eigenen Gedanken. Du kannst ihrem Körper ein Haus geben, aber nicht ihrer Seele; denn ihre Seele wohnt im Haus von morgen, das du nicht besuchen kannst - nicht einmal in deinen Träumen. Du kannst versuchen, ihnen gleich zu sein, aber suche nicht, sie dir gleich zu machen; denn das Leben geht nicht rückwärts und verweilt nicht beim Gestern. Du bist der Bogen, von dem deine Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden … Lass die Bogenrundung in deiner Hand Freude bedeuten.
Kahlil Gibran (1883-1931), syrisch-amerik. Dichter u. Maler
November 20th, 2005 at 15:11
Oh ja, das kann ich nach- und mitfühlen, ist es doch erst ein Jahr her, dass Alexander 18 wurde…:) Nun hat er schon 5 Monate sein “eigenes” Leben in D…
Das Zitat gefällt mir sehr… ich habe es (ausnahmsweise) immer kürzer ausgedrückt: ich lebe nicht für das Kind, sondern mit ihm… wurde aber nicht immer verstanden…:)